Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat mitgeteilt, dass drei Personen an den Folgen einer Infektion mit dem Hantavirus, einer Atemwegsinfektion, auf dem Luxuskreuzfahrtschiff „MV Hondius“ verstorben sind. Laut der Reederei befindet sich ein Deutscher darunter. Das Schiff war vom argentinischen Hafen Ushuaia aus in Richtung Kap Verde mit Endziel Kanarische Inseln ausgelaufen. „Die WHO ist informiert und leistet Unterstützung nach einem Vorfall im Bereich der öffentlichen Gesundheit auf einem Kreuzfahrtschiff im Atlantik.“
„Bislang wurde ein Fall einer Hantavirus-Infektion im Labor bestätigt, und es gibt fünf weitere Verdachtsfälle“, erklärte die WHO in einer Mitteilung. Von den sechs betroffenen Personen sind drei verstorben, und eine befindet sich auf einer Intensivstation in Südafrika, teilte die internationale Organisation mit.
Kontakt mit infizierten Nagetieren
Die WHO betont, dass „detaillierte Untersuchungen im Gange“ sind, ebenso wie weitere Laboranalysen und epidemiologische Untersuchungen. „Die Passagiere und die Besatzung werden medizinisch versorgt“, fügte sie hinzu. Zudem werde an der Sequenzierung des Virus gearbeitet, und sie erinnert daran, dass diese Hantavirus-Infektionen „typischerweise mit einer Umweltexposition“ in Form von Kontakt mit „Urin oder Kot infizierter Nagetiere“ verbunden sind.
„Auch wenn dies selten vorkommt, kann das Hantavirus von Mensch zu Mensch übertragen werden und schwere Atemwegserkrankungen verursachen, die eine Überwachung, Unterstützung und Behandlung des Patienten erfordern“, erklärte die WHO. Die Organisation arbeitet bereits daran, die betroffenen Mitgliedsländer und die Verantwortlichen des Schiffes für die medizinische Evakuierung der beiden Passagiere zu koordinieren, die Symptome gezeigt haben. Außerdem führt sie eine Bewertung des Gesundheitsrisikos durch und unterstützt die übrigen Passagiere. „Wir haben unsere nationalen Kontaktstellen gemäß den Internationalen Gesundheitsvorschriften informiert, und es wird eine Meldung über den Ausbruch einer Krankheit herausgegeben“, schließt die Mitteilung der WHO.