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Deutsche auf Mallorca

Dieser deutsche Mallorca-Kicker sucht seine sportliche Zukunft in Santanyí

Der auf der Insel aufgewachsene Mittelfeldspieler Christofer Böhmer verlässt den Viertligisten CE Andratx und wechselt zum CE Santanyí, um wieder 
mehr Spielpraxis und Entwicklungsmöglichkeiten zu erhalten

Konzentriert bei der Sache: Christofer Böhmer – hier noch im Dress von CE Andratx – wird in der Rückrunde für CE Santanyí die Fußballschuhe schnüren | Foto: wy

| Santanyí, Mallorca |

Mit Ulrich Taffertshofer (bei Atlético Baleares) und Christofer Böhmer (bis zuletzt bei CE Andratx) gab es zu Beginn dieser Saison gleich zwei Spieler aus Deutschland oder zumindest mit deutschen Wurzeln, die den Fußball auf Mallorca in den vergangenen Monaten mitgeprägt haben. Während Taffertshofer auf reichlich Erfahrung zurückblicken kann, steht Christofer Böhmer noch ganz am Anfang seines sportlichen Weges – eines Weges, der ihn nun bewusst eine Liga tiefer geführt hat.

Der 20-Jährige ist auf Mallorca geboren und aufgewachsen, die Insel ist für ihn Heimat und Lebensmittelpunkt. Sein Vater stammt aus Ostwestfalen, seine Mutter aus Russland, die gemeinsame Familiensprache wurde früh Spanisch. Fußball war für Böhmer von klein auf mehr als nur ein Hobby: Straßenfußball, Ballgefühl, Spielfreude – all das begleitete ihn seit frühester Kindheit. Stationen bei CF Son Caliu, Real Mallorca, Atlético Baleares und später CF Platges de Calvià formten seinen fußballerischen Werdegang, ehe er über Atlético Baleares den Sprung zu CE Andratx schaffte.

"Ich habe viel in Andratx gelernt"

Der Wechsel dorthin bedeutete für Böhmer den Einstieg in die Segunda RFEF, Spaniens vierte Liga – ein sportlich anspruchsvolles Umfeld, in dem der Außenseiter aus dem Südwesten Mallorcas regelmäßig gegen große Namen und finanzstärkere Klubs bestehen muss. Für den jungen Mittelfeldspieler war diese Zeit lehrreich, aber auch ernüchternd. Zwar sammelte er Einsatzminuten, kam jedoch meist nur als Ergänzungsspieler zum Zug. "Ich habe viel in Andratx gelernt", sagt Böhmer rückblickend, „aber ein Spieler wie ich will spielen – und das hätte ich dort so nicht bekommen.”

Die Konsequenz folgte nun im Winter: der Schritt eine Liga tiefer zum CE Santanyí. Kein Rückschritt, sondern eine bewusste Entscheidung für Entwicklung und Spielpraxis. "Ich komme nach Santanyí mit dem Wunsch, mich weiter zu verbessern und mehr Möglichkeiten auf Einsatzzeiten zu haben – und wieder Freude auf dem Platz zu spüren", erklärt Böhmer. Der Club aus dem Südosten der Insel bietet ihm genau das Umfeld, das er sucht: Vertrauen, Perspektive und die Chance auf Kontinuität. Sportlich fühlt er sich in Santanyí bereits angekommen.

"Es ist eine starke Mannschaft mit guten Spielern. Ich hoffe, dass wir auf dem Platz zeigen können, wozu wir fähig sind", sagt er über sein neues Team. Sein Vertrag läuft zunächst bis zum Saisonende im Juni, die Ziele sind klar formuliert: „Ich will mich weiterentwickeln – als Spieler und als Mensch, wieder regelmäßig spielen und immer mein Bestes geben.”

Die ersten Auftritte im neuen Trikot stimmen ihn optimistisch. "Meine ersten Minuten waren gut. Ich war sehr glücklich, nach so langer Zeit wieder spielen zu können", sagt Böhmer, schränkt aber selbstkritisch ein: "Jetzt muss ich noch mehr Minuten sammeln, um richtig in einen Rhythmus zu kommen." Wie es nach der Saison weitergeht, lässt der 20-Jährige bewusst offen. Entscheidend sei zunächst, die Spielzeit in Santanyí erfolgreich zu Ende zu bringen.

"Ich weiß noch nicht, wie es danach weitergeht. Ich möchte diese Saison gut abschließen – und dann schauen, was passiert." Für Christofer Böhmer ist der Wechsel zum CE Santanyí damit ein logischer und wichtiger Schritt: weg von der Rolle des Mitläufers, hin zu Verantwortung, Spielpraxis und persönlichem Wachstum. Ein junger Fußballer von der Insel, der weiß, woher er kommt – und der sich nun die Zeit und den Raum nimmt, um herauszufinden, wohin sein Weg ihn führen kann.

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