Wenn sich am 1. Mai im Veranstaltungsdorf Pueblo Español von Palma de Mallorca die Fäuste heben, dann nicht wegen zu viel Alkohol oder Schlägertypen. Es ist vielmehr ein Signal dafür, dass Mallorca längst nicht mehr nur Sonneninsel, sondern auch Schauplatz internationaler Sport-Premieren ist.
Hinter dem Event steht AGON Sports, eine Berliner Box-Promotion, die sich in den vergangenen Jahren in der europäischen Szene etabliert hat. Das Unternehmen organisiert regelmäßig Profikämpfe – vor allem in Deutschland, etwa in Berlin oder Magdeburg – und bringt dabei sowohl Nachwuchstalente als auch international erfahrene Boxer in den Ring. Mehrmals im Jahr richtet AGON solche Galas aus, häufig mit Titelkämpfen verschiedener Verbände. Die Expansion nach Mallorca sei kein Zufall, heißt es in der Pressemitteilung, sondern Teil einer Strategie: neue Märkte, neue Kulissen, neue Aufmerksamkeit.
Mallorca wird erstmals zur internationalen Box-Bühne
Im Zentrum der Premiere stehen gleich zwei Titelkämpfe der World Boxing Association (WBA). Im Fliegengewicht will der Spanier Samuel Carmona vor heimischem Publikum den Intercontinental-Gürtel erobern – gegen den routinierten Venezolaner Rodrigo Ramirez. Ein technisch geprägtes Duell, das Carmona den Weg Richtung Weltspitze ebnen könnte.
Im Schwergewicht steigt der „kubanische Hulk“ Carlos Castillo Rodriguez zu seinem bislang größten Kampf in den Ring. Gegen den Argentinier Jonathan Exequiel Vergara geht es um den WBA-Fedelatin-Titel – und um die Frage, ob Castillo den Sprung in die internationale Elite schafft.
Dass dieser Abend überhaupt auf Mallorca stattfindet, hat viel mit einem Mann zu tun: Ingo Volckmann. Der AGON-Gründer ist nicht nur Promoter, sondern auch Hobby-Boxer – und seit über einem Jahrzehnt Präsident des Fußballklubs Atlético Baleares, einem der traditionsreichen Vereine der Insel. Volckmann lebt inzwischen überwiegend auf Mallorca. Die Insel ist für ihn längst mehr als nur Kulisse – sie ist Lebensmittelpunkt und Bühne zugleich.
Volckmanns Insel-Plan: Mehr als nur ein Kampf
Die Wahl des Austragungsortes wirkt dabei fast symbolisch: Das „Spanische Dorf“ mit seinen nachgebauten historischen Fassaden verbindet mediterranes Flair mit einer Prise Theater. Genau diese Mischung suchte das Unternehmen – und findet sie nun unter Palmen statt in deutschen Mehrzweckhallen. Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält der Kampfabend durch die Einbindung in die Convention des Bundes Deutscher Berufsboxer. Damit richtet sich der Blick der deutschen Boxszene für einen Abend auf Palma.
Noch sind nicht alle Kämpfe der Undercard bekannt. Doch schon jetzt deutet vieles darauf hin, dass hier mehr entsteht als ein einmaliges Gastspiel. Es könnte der Auftakt sein für eine neue Box-Adresse im Mittelmeer – dort, wo sonst eher Liegestühle dominieren