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Middelmann: Lufthansa will mit Niki EU-Kommission erpressen

Álvaro Middelmann, bis Ende 2012 langjähriger Air-Berlin-Direktor für Spanien, ist Vize-Präsident der mallorquinischen Handelskammer und Vorsitzender der dortigen Verkehrskommission. | Archiv Ultima Hora

| Mallorca |

Der ehemalige langjährige Air-Berlin-Direktor für Spanien, Álvaro Middelmann, zeigt sich entrüstet über das Aus für den Flugbetrieb bei Niki. Insbesondere das Vorgehen der Deutschen Lufthansa, die nun eine Übernahme der österreichischen Air-Berlin-Tochter ablehnt, bezeichnete Middelmann als skandalös. "Ich frage mich, ob sich Lufthansa bewusst ist, dass sie dabei ist, die Europäische Kommission zu erpressen", sagte der spanienweit anerkannte Luftverkehrsmanager gegenüber MM.

Middelmann, der unter anderem auch Vize-Präsident der mallorquinischen Handelskammer sowie Vorsitzender der dortigen Tourismuskommission ist, sparte auch nicht mit Kritik an der Bundesregierung. Sie habe als Bürgschaft einen Kredit in Höhe von 150 Millionen Euro gewährt, der aus dem Kaufpreis für Air Berlin durch Lufthansa hätte zurückbezahlt werden sollen. Dieses Geld sei nun verloren und gehe zu Lasten der Steuerzahler.

"Für Mallorca ist diese neue Entwicklung eine richtige Katastrophe", sagte Middelmann, der 20 Jahre bis Ende 2012 für Air Berlin in Spanien verantwortlich gezeichnet hatte. Das Grounding von Niki bedeute, dass im Winter täglich bis zu 6000 Fluggäste auf den Mallorca-Routen fehlen werden.

Ferner kritisierte Middelmann, dass die letzten 40 ehemaligen Air-Berlin-Mitarbeiter in Palma ohne Abfindungen auf "auf die Straße gesetzt wurden".

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