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Die Nerven liegen blank an der Playa de Palma

Viele Straßen brauchen eine Grundüberholung. foto miquel a. cañellas | Cañellas/Ultima Hora

| Palma, Mallorca |

Hoteliers und Anwohner der Playa de Palma verzweifeln zunehmend daran, dass sich dort anscheinend nichts grundlegend zum Besseren wendet. Den anhaltenden Zustrom von Partyurlaubern vor allem aus Deutschland kommentierten sie bei einer Pressekonferenz am Mittwoch mit Entsetzen. „Dieses Jahr ist es schlimmer als 2017 und auch davor", so José Antonio Fernández, Vizechef der örtlichen Hotelierverbandes. Und das, obwohl man Millionen in neue Hotels in der Gegend investiert habe und das auch weiter tun wolle. „Man muss die deutschen Partyurlauber rauswerfen oder festnehmen." Francisco Nogales, Chef der Anwohnervereinigung Palma-S’Arenal, nannte als Beispiel für den ungebremsten Verfall der Urlauber-Gegend die Verdaguer-Straße in Arenal. „Dort wurden illegale Discos eröffnet und es werden nachts Drogen verkauft."

Die Probleme bemerken auch „normale" Urlauber in den neuen Fünf-Sterne-Hotels. Wenn man mit ihnen spreche, würden die in der Regel sagen, nie wiederkommen zu wollen, so Ana Rodríguez von der Vereinigung gegen Kriminalität an der Playa. „Wir halten das nicht weiter aus, dieser Strand ist verflucht."

Besonders die auf den Balearen von linken Parteien kontrollierte öffentliche Hand bekam ihr Fett weg: Dass Palmas Reinigungsfirma Emaya die Playa-Straßen schlecht säubere, sei ein Skandal, so Hotelier-Funktionär Fernández. Es sei zudem ärgerlich, dass die Straßen nicht in Ordnung gehalten und dort nur ab und zu punktuelle Arbeiten durchgeführt würden. „Und die Ortspolizei belegt Urlauber, die sich daneben benehmen, einfach nicht mit Bußgeldern."

Um endlich Bewegung in die Angelegenheit zu bringen, verlangten die in einer Initiative zusammengefassten Hotelier- und Anwohnervertreter von der Stadt Palma, der Gegend die finanzielle Selbstverwaltung zuzugestehen. „Wir sind keine Kolonie", so Verbandsvertreter Fernández. Es sei ein krasses Missverhältnis, viele Steuern zu bezahlen, aber von der öffentlichen Hand nichts zurückzubekommen.

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