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Riesige Festungsanlage Sa Fortalesa soll für Besucher zugänglich werden

Der Inselrat will die Besitzer der Festungsanlage Sa Fortalesa bei Port de Pollença dazu rechtlich verpflichten

Das architektonische Juwel bleibt Besuchern bislang verschlossen. | Ultima Hora

| | Mallorca |

Mallorca wird wohl schon bald um eine touristische Attraktion reicher. Der Inselrat will die Besitzer der Festungsanlage Sa Fortalesa bei Port de Pollença laut einem am Freitag erschienen Bericht der MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora" dazu verpflichten, viermal pro Monat Besucher auf das weiträumige Gelände zu lassen. Ein entsprechendes formelles Schreiben wurde angekündigt. Vorausgegangen war eine Anzeige vor Gericht.

Auf der Festung Sa Fortalesa wurden in den vergangenen Jahren mehrere Prominentenhochzeiten gefeiert, darunter die von Tennisstar Rafel Nadal. Auch Filmdrehs wurden dort wiederholt vorgenommen. Sollten die Eigentümer nicht auf das Ansinnen des Inselrats reagieren, drohen ihnen laut "Ultima Hora" ernste rechtliche Konsequenzen.

Laut dem spanischen Gesetz müssen Gebäude, die unter Denkmalschutz stehen, für Besucher zugänglich gemacht werden. Der Inselrat will auch eine alte Ölpresse bei Santa Maria del Cami, die sich in Privatbesitz befindet, für die Allgemeinheit zugänglich machen.

Eigentümer von Sa Fortalesa ist der norwegische Tycoon Ivar Tollefsen. Der hatte das Anwesen im vergangenen Jahr für 650 Millionen norwegische Kronen gekauft, was umgerechnet rund 61,8 Millionen Euro entspricht. Für den Erwerb des Komplexes kaufte Tollefsen bereits im Jahr 2021 die entsprechenden Aktien eines britischen Investmentfonds.

Der neue Eigentümer bearbeitet derzeit mehrere Genehmigungen für Renovierungen sowie Instandhaltungsarbeiten für das Gebäude. Das Anwesen, das 1993 zum Kulturgut erklärt worden war, soll weiterhin für Veranstaltungen und Filmaufnahmen genutzt werden. Es hat einen sechseckigen Grundriss und soll Historikern zufolge das einzige Gebäude seiner Art auf den Balearen und sogar in Spanien sein.

Das Anwesen hatte in seiner Geschichte bereits verschiedene Besitzer, unter anderem den argentinischen Maler Roberto Ramaugé (1892-1973), der es 1919 erwarb und es in eine Luxusresidenz verwandelte. Die Erben des Künstlers verkauften Fortalesa für 650 Millionen Peseten an den Engländer John Ogden. 2008 bot Ogden den Komplex zum Verkauf an. Zu der Zeit waren die Immobilienagenturen Kühn & Partner und Engel & Völkers bereit, die Immobilie für 120 Millionen Euro beziehungsweise 100 Millionen Euro zu kaufen, hatten jedoch damit keinen Erfolg. Somit wurde die Fortalesa zur teuersten Immobilie in Spanien.

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