Statuenhaft erscheinende Flugbegleiter, glamouröse Uniformen, tödliche Unfälle – das waren die Zutaten der beginnenden kommerziellen Luftfahrt. Erlebt hatte sie Celia Velasco-Saorí, eine Madrilenin, die sich auf Mallorca niederließ, und eine der ersten Stewardessen Spaniens war. Ihre Geschichte ist auch die einer jungen Frau, die sich ihren Kindheitstraum erfüllte.
"Die Arbeitsbedingungen waren früher anders", erinnert sich Velasco-Saorí. "Als wir einmal zu den Niagarafällen flogen, schliefen wir im Flugzeug, weil wir mit derselben Besatzung zurückfliegen mussten. Die Piloten hatten Ablösung, die Flugbegleiterinnen nicht." Zu adrenalingeladenen Episoden gehörte ein Flug von Palma nach Frankreich, auf dem eine Luke herunterfiel, wodurch die Sauerstoffflasche freigelegt wurde, die das gesamte Flugzeug versorgte. Ein anderes Mal flog Velasco-Saorí nach Nantes, zur Hälfte beladen mit VIP-Passagieren und zur Hälfte mit hochwertigen Lebensmitteln. Gerade als die Besatzung die Landebahn sah, hörte sie, wie sich etwas löste, und stellte dann fest, "dass sich die Hälfte des Flugzeugflügels gelöst hatte".
Wenn Velasco-Saorí die kommerzielle Luftfahrt von damals und von heute vergleicht, betont sie einen wesentlichen Unterschied: die Kleidung. Die Uniformen von Spantax wurden vom spanischen Haute-Couture-Designer Manuel Pertegaz entworfen, die von Aviaco von Elio Berhanyer, einem weiteren spanischen Modeschöpfer. "Stellen Sie sich diese Qualität und diesen Glamour vor", erinnert Velasco-Saorí sich. Am schlimmsten waren für sie die Unfälle, "die meisten davon natürlich tödlich". Sie verlor "viele Kollegen und Freunde, mit denen sie zusammengearbeitet hatte".
Zielstrebigkeit und Unterstützung
Das erste Mal in Kontakt mit der Luftfahrtbranche gekommen war Velasco-Saorí als kleines Mädchen am Flughafen von Madrid, als sie eine Besatzung von Iberia sah. "Ich möchte in diesem Beruf arbeiten", dachte sie nach eigener Aussage, als sie die makellose Parade der Uniformen sah. Der Traum erforderte jedoch Englischkenntnisse, und sie lernte zu jener Zeit Französisch. Sie versuchte es in einer Sprachschule und lernte wenig, also beschloss sie, als Au-pair nach London zu gehen. Dort verbrachte sie fast zwei Jahre. Nach ihrer Rückkehr beschloss sie, sich bei Spantax zu bewerben. Um die Bewerbung zu vervollständigen, brauchte sie eine Empfehlung und die bekam sie auch: Ein Militärfreund ihres Vaters kannte den Luftfahrtminister und verschaffte ihr ein Vorstellungsgespräch. In dem Ministerium holte sie das von der höchsten Behörde unterzeichnete Unterstützungsschreiben ab.
Mit gerade einmal 18 Jahren begann Velasco-Saorí bei Spantax, wo sie zehn Jahre lang arbeitete. Das Auswahlverfahren war einfach: "Flüssiges Englisch, statuenhafte Erscheinung, mindestens 1,72 Meter Körpergröße und natürliche Gewandtheit im Umgang mit Menschen". Sie wurde nach Palma versetzt und verbrachte ihre Sommer auf Mallorca und ihre Winter auf den Kanarischen Inseln, bis die Balearen zu ihrer Heimat wurden. Heute ist Velasco-Saorí Schriftstellerin.