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Gute Aussichten trotz Krieg? Hotelverband FEHM mahnt zur Vorsicht vor Saison 2026

Der Hotelverband von Mallorca (FEHM) blickt mit vorsichtigem Optimismus, aber auch mit wachsender Unsicherheit auf die Tourismussaison 2026

Javier Vich und María José Aguiló vom Hoteliersverband Fehm | Foto: P. Cerón

| | Berlin, Deutschland |

Der Hotelverband von Mallorca (FEHM) blickt mit vorsichtigem Optimismus, aber auch mit wachsender Unsicherheit auf die Tourismussaison 2026. Präsident Javier Vich erklärte auf der ITB in Berlin, dass die Branche die internationale Lage aufmerksam beobachte – insbesondere den Konflikt im Nahen Osten und mögliche Folgen für Flugverbindungen, Energiepreise und die Buchungsbereitschaft der Urlauber.

"In Zeiten internationaler Unsicherheit suchen die Quellmärkte vor allem sichere und verlässliche Reiseziele", sagte Vich. Mallorca müsse deshalb seine Rolle als stabiler und vertrauenswürdiger Urlaubsort weiter stärken.vNach Angaben des Branchenverbandes liegt der aktuelle Buchungsstand für den kommenden Sommer derzeit auf einem ähnlichen Niveau wie im vergangenen Jahr. Zwischen 41 und 50 Prozent der Hotelkapazitäten seien bereits verkauft, sodass noch ein großer Teil der Saison in den kommenden Monaten gebucht werde.

Deutscher Markt schwächelt leicht

Beim deutschen Markt zeichnet sich allerdings eine leichte Abschwächung ab: Die Reservierungen liegen derzeit drei bis fünf Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der britische Markt entwickelt sich dagegen dynamischer und liegt aktuell über dem Stand des vergangenen Jahres. Trotz dieser leichten Delle bleibe Deutschland der wichtigste Quellmarkt für die Balearen, betonte Vich. Zudem verteilen deutsche Urlauber ihre Reisen besonders gleichmäßig über das Jahr und spielen damit eine wichtige Rolle für die Verlängerung der Saison.

Insgesamt reisen jährlich rund zwölf Millionen Deutsche nach Spanien, davon entscheiden sich etwa 41 Prozent für die Balearen. Innerhalb des Archipels wiederum übernachten drei von vier deutschen Gästen auf Mallorca. Zugleich gilt der deutsche Urlauber als besonders ausgabefreudig. Während der durchschnittliche Tagesumsatz in der spanischen Hotellerie bei etwa 150 Euro liegt, erreicht er auf Mallorca rund 200 Euro pro Tag. Für Vich ist dies ein Zeichen dafür, dass sich die Insel zunehmend in Richtung eines hochwertigeren Tourismusmodells entwickelt.

Das Ziel der Branche sei daher nicht, immer neue Besucherrekorde zu erzielen, sondern die Qualität des Tourismus zu verbessern. Die Modernisierung der Hotels sowie der steigende Anteil von Vier- und Fünf-Sterne-Häusern seien Teil dieser Strategie. "Wir wollen keine Rekorde bei den Touristenzahlen, sondern die Qualität der touristischen Aktivität steigern", sagte Vich. Dadurch solle langfristig ein besseres Gleichgewicht zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und Lebensqualität der Bewohner erreicht werden.

Erstmals eine halbe Million sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

Auch auf dem Arbeitsmarkt seien erste Effekte der Saisonverlängerung sichtbar. Nach aktuellen Zahlen habe die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten auf den Balearen im Januar erstmals die Marke von 500.000 überschritten – ein Hinweis darauf, dass der Tourismus zunehmend ganzjährig Arbeitsplätze schafft.

Entscheidend für die Saison 2026 werden laut Vich die kommenden Wochen sein. Die Branche werde die internationale Lage und die Entwicklung der Buchungen genau beobachten. „Derzeit gibt es keine Hinweise darauf, dass die Saison schlechter ausfallen wird als 2025“, sagte der FEHM-Präsident – betonte jedoch erneut, dass die unsichere Weltlage Vorsicht erfordere.

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