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Kampf um die besten Liegen

Mallorca-Urlauber aufgepasst: Deutscher bekommt wegen "Handtuchkrieg am Pool" fast 1000 Euro zurück!

Der Familienvater wollte den Rat, den Run auf die Liegen "sportlich" zu sehen, nicht auf sich sitzen lassen und zog vor Gericht

Dieses Archivbild zeigt Touristen, die morgens für den besten Platz am Pool Schlange stehen. | Foto: Ar

| Palma, Mallorca |

Der tägliche Kampf um die besten Sonnenliegen gehört für viele Mallorca-Urlauber inzwischen fast schon zum Ferienalltag. Schon früh morgens liegen Handtücher auf den besten Plätzen am Pool – oft stundenlang, ohne dass überhaupt jemand auftaucht. Doch genau gegen diesen "Handtuchkrieg" hat jetzt ein deutscher Urlauber erfolgreich geklagt.

Der Familienvater hatte im Sommer 2024 mit seiner Familie Urlaub in einem Fünf-Sterne-Hotel auf der griechischen Insel Kos gemacht. Die Reise kostete mehr als 7000 Euro. Das Problem: Trotz sechs Pools und rund 400 Sonnenliegen fand die Familie nach eigenen Angaben an keinem einzigen Urlaubstag freie Liegen am Pool.

Statt entspannter Ferienstimmung begann jeder Tag mit der Suche nach freien Plätzen. Teilweise mussten sich die Kinder sogar mit Handtüchern auf den Boden legen. Besonders ärgerlich: Viele reservierte Liegen blieben offenbar stundenlang ungenutzt.

"Sehen Sie es sportlich"

Beschwerden beim Hotel und beim Reiseveranstalter brachten zunächst nichts. Der Veranstalter bot dem Urlauber später lediglich eine teilweise Erstattung an. Als der Familienvater dies ablehnte, soll ihm sogar geraten worden sein, die tägliche Suche nach Liegen sportlich zu sehen – als eine Art Wettbewerb darum, wer morgens früher aufsteht. Doch damit wollte sich der Urlauber nicht zufriedengeben. Er zog vor Gericht – und bekam Recht.

Das Amtsgericht Hannover wertete die dauerhaft blockierten Sonnenliegen als Reisemangel. Der Reiseveranstalter wurde dazu verpflichtet, knapp 1000 Euro Reisepreis zurückzuzahlen. Nach Ansicht des Gerichts hätten Hotel und Veranstalter eingreifen müssen, damit die Liegen auch tatsächlich für alle Gäste nutzbar bleiben.

Das Urteil dürfte auch viele Mallorca-Urlauber interessieren. Denn gerade in den Sommermonaten sorgen reservierte Poolliegen auf der Insel regelmäßig für Streit unter Hotelgästen. Besonders in größeren Ferienanlagen beginnt das Reservieren oft schon in den frühen Morgenstunden.

Für Urlauber ist das Urteil deshalb ein wichtiges Signal: Wer in einem teuren Hotel dauerhaft keine Chance auf freie Sonnenliegen hat und das Hotel nichts dagegen unternimmt, kann unter Umständen Geld zurückfordern. Wichtig ist dabei allerdings, das Problem direkt vor Ort zu melden und möglichst mit Fotos oder Videos zu dokumentieren.

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