Die Tourismussaison hat in Can Picafort im Norden von Mallorca bereits begonnen, doch die wichtigsten Arbeitgeberverbände des Ferienortes versichern, dass die Strände nicht darauf vorbereitet sind, Besucher zu empfangen. Der Hotelverband und der Gastronomieverband von Can Picafort haben scharf gegen die Stadtverwaltung von Santa Margalida geschossen und öffentlich die „institutionelle Vernachlässigung“ angeprangert, unter der die Küste der Gemeinde ihrer Meinung nach derzeit leidet.
In einer gemeinsamen Erklärung, die am Dienstag veröffentlicht wurde, bezeichnen beide Verbände die Situation an den Stränden als „unhaltbar“ und bedauern, dass die Strände zu Beginn der Saison „einen noch nie dagewesenen Zustand der Vernachlässigung und Verschmutzung“ aufweisen. Die Unternehmer beklagen zudem das Fehlen grundlegender Dienstleistungen wie Liegestühle, Sonnenschirme oder Ausrüstung für den Strandbetrieb – ein Umstand, den sie in einem der wichtigsten Reiseziele im Norden Mallorcas als „unverständlich“ bezeichnen.
Die Arbeitgeberverbände richten ihre Kritik direkt an die Gemeindeverwaltung und sprechen von einem „alarmierenden Mangel an Weitsicht“ seitens des Stadtrats. Ihnen zufolge bieten andere konkurrierende Reiseziele bereits alle Dienstleistungen in vollem Umfang an, während Can Picafort derzeit ein Bild abgibt, das sowohl dem Tourismus als auch der lokalen Wirtschaft „schwer schadet“.
"Betrug" gegenüber den Besuchern
Der Hotelverband weist darauf hin, dass die Auslastungsprognosen für diese Saison positiv sind, hält jedoch den Mangel an Dienstleistungen an den Stränden für einen „Betrug“ gegenüber den Besuchern, die sich für dieses Reiseziel entscheiden, weil sie bestimmte Mindestqualitätsstandards erwarten.
Der Gastronomieverband warnt seinerseits davor, dass der Schmutz und die fehlende Ausstattung die Badegäste von der Strandpromenade fernhalten, was sich direkt auf Bars, Terrassen und Restaurants auswirkt und zu Verlusten führt.
Die Kritik reiht sich zudem in die bereits vor wenigen Wochen von der PSOE in Santa Margalida geäußerten Vorwürfe ein, die die „völlige Vernachlässigung“ der Strände von Can Picafort anprangerte und der Regierungsmannschaft vorwarf, die Ausschreibung der Stranddienstleistungen zu spät in die Wege geleitet zu haben. Die Sozialisten wiesen darauf hin, dass die Gemeinde die Saison ohne Liegestühle und Sonnenschirme begonnen habe, und kritisierten, dass die Stadtverwaltung die Algenbeseitigung aus öffentlichen Mitteln finanzieren musste – eine Aufgabe, die üblicherweise von den beauftragten Unternehmen übernommen wird.