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Ausweitung des Nahost-Konfliktes könnte Konsequenzen für Mallorca haben

Experten warnen vor steigenden Flugpreisen durch mögliche Verteuerung der Ölpreise

Eine Verknappung der Ölförderung im Nahen Osten kann nach Meinung von Wirtschaftsexperten zu einer Verteuerung der Flugtickets nach Mallorca führen. (Archiv) | Foto: TUI

| Mallorca |

Eine weitere Eskalation des Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran könnte spürbare Folgen für Mallorca und die Region haben. Wirtschaftsexperten warnen vor steigenden Energiepreisen und höheren Flugkosten – mit direkten Auswirkungen auf den Tourismus, der wichtigste Wirtschaftszweig der Inseln.Das berichtet die spanische MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora".

Nach Einschätzung von Fachleuten würde vor allem ein möglicher Anstieg des Ölpreises die Region treffen. Auslöser könnte etwa eine Schließung der Straße von Hormus durch den Iran sein. Über diese Meerenge werden rund 30 Prozent des weltweit auf dem Seeweg transportierten Öls abgewickelt. Ein solcher Schritt würde die Energiepreise erheblich verteuern und Unternehmen wie Verbraucher gleichermaßen belasten, heißt es.

Höhere Energiekosten belasten Tourismus

Der Ökonom Luis García Langa verweist darauf, dass ein deutlicher Ölpreisanstieg „die erste und unmittelbare negative Auswirkung“ wäre. Zwar könne die OPEC+ ihre Fördermengen erhöhen, um Engpässe auszugleichen. Dennoch bleibe ein Kostenrisiko bestehen, das sich direkt auf Treibstoffpreise auswirke.

Auch der Wirtschaftswissenschaftler Pau A. Monserrat betont die enge Verbindung zwischen Energiepreisen und Tourismus. Steigende Kerosinkosten würden Flugtickets verteuern – und damit den Urlaub auf den Balearen insgesamt. „Das wäre für unsere Interessen ungünstig“, sagt er. Allerdings müsse sich der Konflikt über einen längeren Zeitraum hinziehen, um nachhaltige Effekte zu entfalten. Für belastbare Prognosen sei es derzeit noch zu früh.

Mögliche Verschiebung der Reiseziele

Gleichzeitig sehen Experten auch potenzielle Chancen. Sollten touristisch bedeutende Regionen im Nahen Osten als unsicher wahrgenommen werden, könnten sich Teile des internationalen Qualitätstourismus neu orientieren. Wohlhabendere Reisende, die bislang Ziele wie Dubai oder Katar bevorzugten, könnten verstärkt die als stabil geltenden Balearen ansteuern.

Der Ökonom Pep Ignasi Aguiló verweist darauf, dass der weitere Verlauf des Konflikts entscheidend sei. Sollte es zu einer raschen politischen Neuordnung in der Region kommen, könne dies langfristig positive Impulse für die Weltwirtschaft setzen. Ziehe sich die Auseinandersetzung jedoch in die Länge, drohten erhebliche Belastungen für die globale Konjunktur – mit entsprechenden Folgen auch für die stark vom Tourismus abhängigen Balearen.

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