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Jagd auf deutsche Kennzeichen geht weiter: Jetzt sollen Mallorca-Häfen mit Kameras überwacht werden

Der Inselrat will die Geräte in Palma und Alcúdia aufstellen, um genaue Daten über die Gesamtzahl der Autos zu erheben, die monatlich und jährlich nach Mallorca ein- und ausfahren

Der Inselrat will auf zwei Häfen Mallorcas fünf Überwachungskameras installieren.

| Mallorca |

Der Inselrat von Mallorca hat bei der Balearischen Hafenbehörde (APB) beantragt, fünf Kameras in Häfen der Insel installieren zu dürfen. Mit diesen Geräten – zwei in Alcúdia und drei in Palma – sollen genaue Daten über die Gesamtzahl der Autos erhoben werden, die monatlich und jährlich über die Häfen der Insel nach Mallorca ein- und ausfahren. Zudem wollen die Behörden damit die Anzahl der Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen sowie die Anzahl der Mietwagen ermitteln, die die Häfen passieren. Das meldete das Nachrichtenportal "Crónica Balear".

Der Antrag des Inselrates ist Teil eines Projektes zur Installation von 210 Kontroll- und Videoüberwachungskameras im gesamten Straßennetz von Mallorca. Der Auftrag wurde gerade für mehr als 700.000 Euro vergeben und die Arbeiten werden in mehreren Phasen durchgeführt. Zunächst werden Geräte im Tramuntana-Gebirge installiert, und sobald die Genehmigungen vorliegen, folgen die Geräte an den Häfen. Die Vorbereitungsarbeiten beginnen nun zwischen April und Mai. Die ersten Kameras werden im Juni angebracht, und es wird erwartet, dass das Netz spätestens im Oktober 2026 vollständig betriebsbereit ist.

Auch im Gebirge

In Kürze werden 105 Geschwindigkeitsmessgeräte und Fahrzeugzähler, 105 Überwachungskameras und 20 Schallpegelmesser auf ganz Mallorca installiert. Im Tramuntana-Gebirge wird es 32 Kontrollzonen geben, jede mit Kameras zur Überwachung der Infrastruktur, zur Fahrzeugzählung sowie mit Geschwindigkeits- und Lärmmessgeräten.

Diese Verbesserung bedeutet eine Verdopplung der Kontrollpunkte auf den Straßen der Insel, da zu den 53 bereits bestehenden 52 neue hinzukommen. Künftig wird an jedem Punkt ein Überwachungsgerät sowie ein Gerät zur Geschwindigkeitsmessung und Fahrzeugzählung installiert sein, wodurch der Verkehr auf dem Straßennetz genauer gemessen werden kann, da die neue Technologie in der Lage ist, Fahrzeugtypen und Kennzeichen zu unterscheiden und sogar Fahrräder zu erkennen.

Deutsche in der Pflicht

Der Inselrat wird der spanischen Verkehrsbehörde (DGT) Zugang zu den Kameradaten gewähren; diese Behörde ist für die Ahndung von Verstößen und die Regulierung in diesem Bereich zuständig. Mit dem Projekt wächst der Druck auf Fahrzeughalter, die mit ausländischem Kennzeichen umherfahren. Wer als Resident auf Mallorca gemeldet ist, muss sein Fahrzeug innerhalb eines Monats ummelden. Urlauber und Zweitwohnsitzbesitzer haben dafür bis zu sechs Monate Zeit. Wer dauerhafte mit ausländischem Kennzeichen fährt, riskiert Bußgelder in Höhe von 50 bis 150 Prozent der fälligen Zulassungssteuer, im Extremfall sogar die Stilllegung des Fahrzeugs.

In der Praxis sorgt ein massiver Bearbeitungsstau von Fahrzeugummeldungen im Inselrat dafür, dass auch deutsche Halter ihre Autos momentan in der Garage lassen müssen. Seit Monaten warten Besitzer auf Termine, Übergangskennzeichen laufen ab, Verlängerungen werden nicht mehr erteilt. "Die Ingenieure des Inselrats sind zu wenige, um die Anträge zeitnah zu bearbeiten", sagt die Geschäftsführerin eines spezialisierten Dienstleisters. Auf Mallorca gibt es auch immer wieder Straßenkontrollen, die gezielt Fahrzeuge mit ausländischen Kennzeichen aus dem Verkehr ziehen.

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