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Rund 5000 Mietwagen auf Mallorca: OK Mobility entlässt Dutzende Mitarbeiter nach zähen Verhandlungen

Die Maßnahme, nach der sich 42 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen neuen Job suchen müssen, ist Teil eines unternehmensweiten Restrukturierungsprogramms

Ein Rezeptionsschalter von OK Mobility. | Foto: OK Mobility

| Palma, Mallorca |

Der auf Mallorca ansässige Mietwagenanbieter OK Mobility hat sein Verfahren zum Stellenabbau (Expediente de Regulación de Empleo, ERE) abgeschlossen. Insgesamt 42 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz auf der Insel. Ursprünglich waren 70 Kündigungen vorgesehen, die jedoch durch interne Versetzungen in andere Unternehmensbereiche abgewendet werden konnten.

Nach Angaben der Unternehmensleitung seien die Verhandlungen mit Unterstützung einer Anwaltskanzlei aus Palma "komplex, aber konstruktiv" verlaufen. Vereinbart wurde eine Abfindung von 25 Tagen pro Beschäftigungsjahr, maximal zwölf Monatsgehälter.

Der Schritt ist Teil des unternehmensweiten Restrukturierungsprogramms "OK Forward", das der Konzern im Februar eingeleitet hatte. Ziel sei es, die Rentabilität zu steigern und die Geschäftsbasis nach einem schwachen Jahr mit rund 29 Millionen Euro Verlust (2024) zu stabilisieren.

Das Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben weltweit rund 800 Personen, davon etwa 270 auf Mallorca. Mit dem jetzt erreichten Kompromiss sollen weitere Entlassungen in Spanien vermieden werden.

Flottenriese mit saisonalem Abverkauf

OK Mobility betreibt auf Mallorca mehrere Tausend Mietwagen – laut jüngsten Branchenangaben rund 5000 Fahrzeuge zur Hauptsaison, die überwiegend am Flughafen Palma stationiert sind. Nach dem Sommer werden große Teile dieser Flotte in das firmeneigene "Pre-Owned"-Geschäft überführt und als junge Gebrauchtwagen weiterverkauft. Damit erzielt das Unternehmen zusätzliche Umsätze; 2024 generierte die Gruppe laut Geschäftsbericht über 550 Millionen Euro Umsatz, unter anderem durch den Verkauf von mehr als 25.000 Fahrzeugen in 15 Ländern.

Strategische Neuausrichtung mit Franchise-Modellen

Künftig will OK Mobility auf Franchise-Partnerschaften in Märkten wie Deutschland, Kroatien, Griechenland und Polen setzen, während der Fokus auf touristischen Regionen Südeuropas liegen soll. Die in Palma ansässige Firmenzentrale bleibt damit Herzstück des Konzerns – auch wenn das Unternehmen nun offenbar auf effizientere, schlankere Strukturen setzt.

Für viele Saisonkräfte auf Mallorca bedeutet das Ende des ERE zumindest eine kurzfristige Atempause – ob die Restrukturierung langfristig Stabilität bringt, wird sich in der kommenden Urlaubssaison zeigen.

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