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Farbiger Blütenzauber mitten im Herbst

Anemonen blühen auf Mallorca oft schon im Dezember. | Foto: Renate Werthwein

| Mallorca |

Das hiesige Klima bewirkt, dass sich viele Blumenzwiebeln anders als in Mittel- und Nordeuropa entwickeln. Viele treiben schon im Herbst aus, gleich nach den ersten stärkeren Regenfällen Ende September, Anfang Oktober: Anemonen, Freesien, Ranunkeln und Narzissen. Sie sollten im Garten früh in die Erde. Auch die Tulpen, Hyazinthen und manche Lilienarten.

Ihre Entwicklung ist sehr unterschiedlich. Am besten gedeihen die einfachen Narzissen, Narcissus tazetta, hier "nadalas" (Nadal = Weihnachten) genannt. Manche blühen schon im November. Auf der Insel wachsen verschiedene Farbvariationen, in Weiß, Gelb und zweifarbig, an den "torrentes", Feld und Wegrändern. Alle duften sehr stark und sind lange als Schnittblumen in der Vase haltbar. Kultiviert gibt es sie von Zwergformen bis "Riesen", in verschiedenen Farben und Formen, auch die Osterglocken gehören dazu. Als Gruppen im Garten halten sich die Blüten mehrere Wochen.

Eine botanische Seltenheit ist die Zwergnarzisse, Narcissus scrotinus. Sie wächst hier wild, hat winzige, reinweiße Sternchen, meist nur eines, selten zwei an einem Stängel. Es sind die ersten Blüten gleich nach den Herbstregen, Anfang Oktober. An den Straßengräben, an der alten Landstraße von S'Aranjassa nach Llucmajor, sieht es dann aus, als hätte es geschneit, so dicht und weiß stehen sie dort. Es dauert nur wenige Wochen, Tage, dann sind sie verblüht und die Pflänzchen verschwinden zwischen den sprießenden Unkräutern. Die kleinen Knollen bleiben tief in der Erde, bis sie im kommenden Herbst wieder durchtreiben.

Am einfachsten hier im Garten zu halten sind die "klassischen" Narzissen, Anemonen und Ranunkeln, sie brauchen keine Pflege noch Bewässerung. Ebenso entwickeln sich die Gladiolen, Gladiolus tristis, aus Südafrika. Sie treiben im Herbst aus, blühen früh im Februar/März und ziehen sich vor dem Sommer wieder zurück. Die Pflanze hat lange, schmale Blätter, viele elegante exotische Blüten und ist die einzige Gladiole, die duftet.

Empfindlicher im hiesigen Klima und Boden sind die Tulpen, Hyazinthen und einige Liliensorten. Sie degenerieren meist nach der ersten Blüte. Man muss jedes Jahr neue Zwiebeln kaufen. Die erste Knospe ist schon in der Zwiebel oder Knolle vorgebildet. In guter durchlässiger Erde und mit entsprechender Bewässerung, wenn es im Herbst und Winter nicht genug regnet, entwickelt sie zum Frühjahr schöne Blüten. Bei den Tulpen hängt die Stillänge meist von genügender Bewässerung während des Durchtriebs ab.

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(aus MM 48/2015)

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