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Burgen auf Mallorca: So traumhaft ist die Wanderung hoch zum Alaró-Kastell

Die drei Felsenburgen der Insel dienten jahrhundertelang als Rückzugsorte und Verteidigungsanlagen. Auch heute noch sind sie umstritten. Mehrere, verschieden lange Wege führen hinauf zum Castell d’Alaró

Viele, viele Stufen führen hinauf zur Burgruine auf dem Puig d’Alaró. | Foto: Jonas Martiny

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Sie gehören zu den sagenumwobenen Orten Mallorcas, die bis heute eine ganz eigene Faszination ausüben: die drei Felsenburgen der Insel, das Castell de Santueri bei Felanitx, das Castell d’Alaró und das Castell del Rei bei Pollença. Kaum jemanden dürfte beispielsweise der Anblick kalt lassen, der sich einem auf dem Ternelles-Landgut im Norden der Insel bietet, wo die Überreste der dortigen Festungsanlage imposant in die Höhe ragen. Die hoch oben auf felsigen Erhebungen gebauten Burgen galten einst als geradezu uneinnehmbar, dienten in Kriegszeiten als Rückzugsorte und waren im Laufe der Jahrhunderte immer wieder Schauplätze für die Inselgeschichte bedeutsamer Ereignisse. Dass die historischen Gemäuer trotz Denkmalschutz und vereinzelter Ausbesserungsarbeiten seit Jahren vor sich hin verfallen, ist nur eines der Probleme.

Da wären zum Beispiel die Eigentumsverhältnisse. Alle drei Felsenburgen befinden sich (zumindest zum Teil) in Privatbesitz, das Castell del Rei und das Castell de Santueri können daher (derzeit) nicht besichtigt werden. Die Instandhaltung ist nicht gewährleistet. Immer wieder gab es daher Pläne, die Eigentümer zu enteignen. Bislang wurde das jedoch stets verworfen. Bis zum vergangenen Herbst: Da setzte der Inselrat tatsächlich ein Enteignungsverfahren im Zusammenhang mit dem Castell d’Alaró in Gang. Das Verfahren aber verläuft schleppend. Die Behörde hatte seinerzeit angekündigt, im Laufe des Jahres 2026 Vollzug melden zu können. Ob es dabei bleibt, ist ungewiss. Die Vereinigung Al Rum, die sich seit vielen Jahren für den Erhalt der Burg einsetzt, warnt derweil, dass die Ruine vom Einsturz bedroht ist, sollte nicht rasch gehandelt werden.

Herbergsvater gibt Amt auf

Mit der Geschwindigkeit aber ist das so eine Sache auf Mallorca. Der bisherige Herbergsvater gibt sein Amt nach 14 Jahren zum Monatsende auf. Die Suche nach einem neuen Betreiber läuft, zieht sich aber in die Länge. Lediglich zwei Bewerber hatten sich auf die öffentliche Ausschreibung hin gemeldet. Dann sprang auch noch der Kandidat ab, der bei der Punktevergabe besser abgeschnitten hatte. Ob es im Mai möglich sein wird, auf dem Gipfel des Castell d’Alaró zu übernachten, ist daher ungewiss.

Unklare Verhältnisse herrschen seit Jahren auch im Norden der Insel. Die Eigentümer des Ternelles-Landguts – Angehörige der Bankiersfamilie March –, verweigern den Zugang zum Castell del Rei. Mehrere Gerichte befassten sich bereits mit der Frage, ob der Weg dorthin öffentlich oder privat sei. Im Jahr 2009 kletterten im Rahmen einer Protestaktion mehrere hundert Aktivisten kurzerhand über das Gittertor, das die Zufahrt zum Landgut versperrt. Derzeit kann man an einer Führung teilnehmen, die die Fundació Vida Silvestre Mediterranea anbietet ( www.visitaguiadaternelles.com ). Dabei aber kommt man der Felsenburg nicht wirklich nahe. Das liegt daran, dass es sich bei der Gegend um eine sogenannte Zona de Exclusión handelt, eine Ausschlusszone, wie es sie an einigen Stellen auf Mallorca gibt. Sport- und Freizeitaktivitäten sind dort verboten. Der Grund: In der Gegend leben Mönchsgeier, die zu den bedrohten Tierarten gehören. Und so haben täglich lediglich 15 Personen nach Anmeldung Zutritt zu dem Landgut.

Immerhin, könnte man angesichts der Lage im Castell Santueri sagen: das nämlich ist derzeit überhaupt nicht zu besichtigen. Die Eigentümer haben ihre Internetseite schon länger nicht mehr aktualisiert ( www.santueri.org ). Dort konnte man Tickets reservieren. Momentan ist das aber nicht möglich. Bereits in der Vergangenheit hatte es Streit um die Burg gegeben. Erst, nachdem der Druck der Öffentlichkeit immer mehr zugenommen hatte, investierte die Eigentümerfamilie laut eigener Aussage einen hohen sechsstelligen Betrag in Ausbesserungsarbeiten und machte das Castell wieder zugänglich.

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