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Das alles empfiehlt die EU-Kommission bei Sommerreisen

Noch liegt die Playa de Palma still da. Wird das so bleiben?

| Mallorca |

Die EU-Kommission will das Beenden der coronabedingten Grenzkontrollen in Europa von der regionalen Infektionsdichte abhängig machen. Wie aus einem Regelungsentwurf hervorgeht, sollen die Beschränkungen zunächst in Gegenden abgeschafft werden, in denen es eine vergleichbar günstige Entwicklung der Corona-Fallzahlen beiderseits der Grenze gibt. So soll eine Diskriminierung nach Nationalität der Reisenden vermieden werden.

Sommerurlaub im Ausland, also auch auf dem wenig von Corona betroffenen Mallorca, würde dann möglich sein. Allerdings formuliert die EU-Kommission mehrere Voraussetzungen: Die Ausbreitung des Virus muss im Zielland deutlich zurückgegangen sein und für längere Zeit auf niedrigem Niveau bleiben. Zudem müsse es ausreichend Kapazitäten im Gesundheitssystem geben, damit Krankenhäuser nicht von einem möglichen Anstieg an Infektionen überwältigt würden. Auch müsse es ausreichend Tests geben.

Vor ihrem Urlaub sollten Verbraucher auf einer Onlinekarte prüfen können, wie die Situation in ihrem Zielort ist. Eine solche Karte, in denen einzelne Regionen angezeigt werden können, solle nun aufgesetzt werden.

Geplant sind auch Vorgaben und Empfehlungen für spezielle Schutzverkehrungen wie etwa Sicherheitsabstände in Hotels, Gaststätten sowie Verkehrsmitteln wie Zügen und Flugzeugen. In den Urlaubsgebieten müsste das Personal geschult werden, Gäste sollten regelmäßig über Neuigkeiten der Behörden informiert werden. Für den Fall eines Corona-Ausbruchs müsse eine Kontaktverfolgung gewährleistet sein. Für Restaurants oder Cafés solle eine Maximalzahl an Gästen festgelegt werden. Zudem könnten Slots für die Mahlzeiten, den Pool oder das Fitnessstudio erwogen werden.

Was die Flugzeuge anbelangt, so will die EU-Kommission bei der Wiederaufnahme des Reiseverkehrs Fluggesellschaften nicht vorschreiben, in Passagierkabinen die mittleren Sitzplätze unbesetzt zu lassen. Das Tragen von Masken in Flugzeugen und in Flughäfen soll allerdings erforderlich sein.

Zugleich hält die EU an ihrer Position fest, wonach Verbraucher im Falle abgesagter Reisen weiterhin die Wahl haben sollen, ob sie einen Gutschein akzeptieren oder eine Erstattung wollen. Nach EU-Recht müssen Anbieter die Kosten für Flugtickets und Pauschalreisen erstatten. Deutschland will Verbraucher jedoch dazu verpflichten, bei Absagen wegen der Corona-Krise vorerst einen Gutschein statt einer Erstattung zu akzeptieren.

Bereits vor dem Bekanntwerden des Regelungsentwurfs hatte Paolo Gentiloni, der EU-Wirtschafts- und Währungskommissar, gesagt, dass die wichtige Sommersaison auf dem Kontinent trotz des Virus stattfinden werde: "Wir werden definitiv im Sommer eine Touristensaison haben", sagt der frühere italienische Regierungschef, "allerdings mit Sicherheitsmaßnahmen und Einschränkungen."

Keine andere Branche werde so sehr unter der Pandemie leiden wie der Tourismus, sagte Gentiloni in einem Video-Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" und anderen Medien. Daher gehöre Tourismus zu jenen Wirtschaftszweigen, die besonders profitieren werden vom Hilfspaket, das die Kommission gerade schnürt. Noch in diesem Monat will die Behörde einen neuen Entwurf für den Sieben-Jahres-Haushalt der EU von 2021 bis 2027 sowie für ein damit verknüpftes Wiederaufbauprogramm vorstellen. Dieses Programm soll Mitgliedstaaten dabei unterstützen, die Wirtschaft nach der Pandemie wieder anzuschieben.

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