Parallel zum Kriegsbeginn im Iran am zurückliegenden Samstag haben die Erben des Schahs von Persien, des letzten Königs des Landes, der 1979 infolge der Revolution durch Ayatollah Khomaini von dort fliehen musste, ihren gesamten Besitz auf Mallorca verkauft. Darüber informiert die MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora" mit Berufung auf mit der Transaktion vertrauten Quellen. Die iranische Königsfamilie besaß bis vor kurzem eine luxuriöse Villa am Meer in der Nähe von Cala Provençals in Cala Rajada und ein diskretes Anwesen in s'Alqueria Blanca in Santanyí.
Bereits vor dem Sturz der Monarchie in den frühen 1970er Jahren interessierte sich die Königsfamilie für Mallorca als Urlaubsziel. Im Jahr 1977 erwarben sie für 20 Millionen Peseten – damals ein kleines Vermögen – eine Villa am Meer in der Gemeinde Capdepera. Der Kauf durch die Schwester des Schahs, Prinzessin Shams Pahlavi, war jedoch nicht unumstritten. Zwei Jahre lang führten zwei italienische und zwei mallorquinische Architekten ohne Lizenz und Genehmigung umfangreiche Bauarbeiten durch, und als sie fertig waren, war das Haus zu einer 1.200 Quadratmeter großen Villa mit zwei Stockwerken geworden.
Wohltätigkeit als Lebensaufgabe
Im Gegensatz zu ihrer Zwillingsschwester, der einflussreichen und umstrittenen Ashraf Pahlavi, hielt sich Prinzessin Shams Pahlavi (1917–1996) jedoch eher aus der Öffentlichkeit heraus und konzentrierte sich auf wohltätige Zwecke und ihr Privatleben. Sie war Präsidentin der Gesellschaft des Roten Löwen und der Roten Sonne (dem iranischen Pendant zum Roten Kreuz) und machte diese zur größten Wohltätigkeitsorganisation des Landes. Jahre nach dem Sturz der Monarchie im Iran im Jahr 1979 erwarben die Erben von Prinzessin Ashraf, bekannt als "die schwarze Pantherin", ein diskretes, aber elegantes Anwesen in s’Alqueria Blanca in Santanyí.
Über mehrere Jahrzehnte hinweg besuchte die Witwe des Schahs und dritte Ehefrau des Monarchen, Kaiserin Farah Diba, Mallorca, wo sie gute Freunde hatte. Tatsächlich nahm die Kaiserin 1972 an einer Hochzeit in der Kathedrale von Mallorca teil, bei der auch die damaligen spanischen Prinzen Juan Carlos und Sofía anwesend waren. Mittlerweile sind jedoch alle Immobilien der iranischen Königsfamilie auf Mallorca verkauft worden. Einige Quellen deuten darauf hin, dass die Erben des Schahs, die stets sehr verschlossen waren und eine echte Obsession für Diskretion hatten, möglicherweise der Meinung waren, dass die Insel nicht mehr das anonyme Paradies der 70er Jahre ist.