Mallorca und die Balearen stehen gemeinsam mit Katalonien an der Spitze der spanischen Steuerrangliste für den Kauf von Luxusimmobilien. Wie die spanischsprachige MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora" berichtet, beträgt in beiden autonomen Regionen der Steuersatz von 13 Prozent des Immobilienwertes, was ein Höchstsatz im landesweiten Vergleich ist. Für internationale Millionäre stellt diese Belastung jedoch offenbar kein Hindernis dar, weiterhin in hochwertige Objekte auf den Inseln zu investieren.
Konkret bedeutet der Steuersatz von 13 Prozent, dass beim Erwerb einer Immobilie im Wert von mehr als zwei Millionen Euro zusätzliche 260.000 Euro an den Fiskus zu entrichten sind. Während die Balearen lange Zeit alleiniger Spitzenreiter bei der Besteuerung von Luxusimmobilien waren, hat Katalonien inzwischen nachgezogen und ebenfalls den Höchstsatz eingeführt. Dort gilt die 13-prozentige Grunderwerbsteuer bereits für Immobilien ab einem Wert von einer Million Euro. Auf den Balearen werden Objekte zwischen einer und zwei Millionen Euro mit zwölf Prozent besteuert, darüber hinaus greift ebenfalls der 13-Prozent-Satz.
Im Vergleich dazu wirken andere Regionen moderater: In Valencia und Extremadura fallen bei bestimmten Transaktionen elf Prozent an, in den meisten übrigen autonomen Gemeinschaften Spaniens liegt der Steuersatz unabhängig vom Immobilienwert bei acht Prozent.
Marga Prohens behält Armengols Steuersatz
Die aktuelle balearische Regierung unter Ministerpräsidentin Marga Prohens hat den hohen Steuersatz von ihrer Vorgängerin Francina Armengol übernommen und bislang nicht verändert. Trotz mehrerer Steuerreformen blieb die Belastung für Luxusimmobilien unangetastet. Für das von Antoni Costa geführte Finanzressort stellen diese Einnahmen eine wichtige Kompensation für Mindereinnahmen dar, die unter anderem durch Steuererleichterungen wie Vermögenssteuerbefreiungen oder den teilweisen Wegfall der Erbschaftssteuer entstanden sind.
Dass der Spitzensteuersatz Investoren bislang nicht abschreckt, zeigen aktuelle Zahlen der spanischen Grundbuchämter. Die Balearen bleiben die Region mit dem höchsten Anteil ausländischer Käufer. Im vierten Quartal entfielen 31,47 Prozent aller Immobilienkäufe auf ausländische Erwerber. Damit liegen die Inseln deutlich vor der Region Valencia mit 27,17 Prozent. Besonders ins Gewicht fällt dabei die Provinz Alicante, wo ausländische Staatsbürger mehr als 40 Prozent der angebotenen Immobilien erwarben.
Unterdessen bereitet die balearische Regierung neue steuerliche Maßnahmen vor. Am Höchstsatz für millionenschwere Immobilienkäufe soll jedoch nicht gerüttelt werden. Stattdessen ist geplant, die Preisobergrenze für steuerfreie Käufe durch unter 30-Jährige auf 380.000 Euro anzuheben. Bereits jetzt sind die Balearen die einzige Region Spaniens, in der Käufer unter 30 Jahren beim Erwerb einer Immobilie von der Grunderwerbsteuer befreit sind.