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"Ich liebe Deutschland!": Wie eine mallorquinische Fremdenführerin in Münster ihre Berufung fand

Maria Sureda ist Residenten- und Zweithausbesitzerpublikum durch die von Kunst- und Kulturmanagerin Ingrid Flohr organisierten Touren durch Dörfer und Höfe auf der Insel bekannt

Maria Sureda wurde 1970 in Manacor geboren. Nach einem Touristik-Studium an der Balearen-Uni schlug sie die Karriere der Fremdenführerin ein, als die sie seit 30 Jahren arbeitet. | Foto: gwo

| Mallorca |

Seit 2018 ist Maria Sureda deutschsprachigem Publikum auf Mallorca als freundliche, fachkundige und sprachlich äußerst fähige Fremdenführerin bekannt. Bei zahlreichen Touren durch Dörfer auf der Insel, thematischen Rundgängen durch Palma und Besuchen eines Landgutes oder eines Gartens begeistert die Mallorquinerin nun schon acht Jahre lang Residenten oder Zweithausbesitzer in Zusammenarbeit mit der deutschen Kunst- und Kulturmanagerin Ingrid Flohr. Dass Sureda aus Manacor ihren heutigen Traumberuf fand, verdankt sie einem Zufall.

"Ich wollte ursprünglich Dolmetscherin werden", erinnert sich Maria Sureda an ihre Zeit als junge Erwachsene. "Ich liebte Fremdsprachen." Da es in den 90er Jahren kein entsprechendes Studium an der Balearen-Uni gab, schrieb sie sich für Touristik ein. Nach ihrem Abschluss entschied sich Sureda, für sieben Monate als Au-Pair-Mädchen nach Münster zu gehen, um dort ihr Deutsch zu verbessern. "Ich lernte in der Stadt eine Mallorquinerin aus Petra kennen, die mir damals erzählte, dass auf der Insel deutschsprachige Fremdenführer gefragt waren." Kurzum schlug Sureda diese Karriere ein.

Deutschsprachiges Publikum schätzt Sureda wegen deren Fachwissens, deren Deutschkenntnisse und deren Liebenswürdigkeit.

Eine der hervorragenden Eigenschaften von Maria Sureda sind ihre für eine Ausländerin beneidenswert guten Deutsch-Kenntnisse. "Meine Fähigkeiten in dieser Hinsicht liegen darin begründet, dass ich viel auswendig gelernt habe. Ich kann fließend bestimmte Sätze aussprechen, aber vor allem in meiner Themenwelt. Viele Menschen denken, dass ich sehr gebildet bin, weil ich viele Formulierungen aus Geschichtsbüchern lerne. Dazu kommt, dass der Wortschatz, den wir Fremdenführer benutze, oft aus dem Wörterbuch kommt und wenn wir übersetzen, wählen wir oft Begriffe aus, die aus dem Lateinischen stammen und uns bekannter vorkommen als das, was ein deutscher Muttersprachler sagen würde." Darüber hinaus habe sie sehr gute Privatlehrer gehabt, so Sureda.

"Am Anfang fand ich Deutsch unendlich schwierig", erinnert sich Sureda, die in der Schule Französisch gelernt hat. Englisch, das dann an der Uni folgte, sei am Anfang sehr leicht, werde im weiteren Verlauf aber sehr komplex. Im Deutschen sei es umgekehrt, wie Sureda ebenfalls während des Studiums feststellte. "Wenn Du eine bestimmte Basis erreicht hast, dann kommst Du schon damit zurecht." In Hinsicht auf seine Verben findet Sureda, dass Deutsch sogar vergleichbar ist mit der spanischen Sprache und ihren Konjugationen. "Feinheiten wie beispielsweise die immer wieder unterschiedlichen Geschlechter von Wörtern genieße ich, seitdem ich Deutsch lerne."

Positiv spricht Sureda auch über das Publikum aus Deutschland, Österreich und Schweiz, das ihr bei den von Ingrid Flohr organisierten Terminen folgt. "Die Gruppen sind extrem interessiert und aufmerksam. Das bringt unendlich viel Freude. Meine Arbeit als Fremdenführerin ist toll, weil die Menschen eben dieses Gefühl suchen, es sind glückliche Urlauber." Außerdem hebt Sureda die Pünktlichkeit ihres Publikums hervor.

Flohr über zwei Ecken kennengelernt

Die Zusammenarbeit mit Ingrid Flohr kam über das Projekt "Itinerem" von Diego Zaforteza zustande, der damit eine Kulturroute über Landgüter im Mittelmeerraum etablieren wollte. Er, der Sureda bereits kannte, lernte den MM -Kulturredakteur Martin Breuninger kennen, und über diesen wiederum Flohr, die das Projekt an deutschsprachiges Publikum vermarkten sollte. So brachte Zaforteza die beiden Frauen zusammen.

An ihre Zeit in Münster hat Maria Sureda immer noch beste Erinnerungen: "Es war wie im Märchen. Ich kam im November an, als gerade die Weihnachtsmärkte aufgebaut wurden. Später bin ich mit dem Fahrrad durch die Region gefahren und habe die Erdbeerfelder gerochen." Ihre Gastfamilie sei unglaublich nett gewesen und sie habe sich sehr wohl gefühlt. "Ich liebe Deutschland und es war einfach fantastisch!"

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