Folgen Sie uns F Y T I R

Kostenlos und wunderschön: Dieses Ausflugsziel auf Mallorca ist immer einen Besuch wert

Das Landgut Raixa ist auch nach Jahrhunderten noch Anziehungspunkt. Das liegt vor allem an seinem Herrenhaus mit italienischer Galerie, seiner Treppe mit Apollo-Figur und seinem riesigen Wasserreservoir

Die Galerie des Herrenhauses ist neoklassizistisch und wurde im 19. Jahrhundert nach dem Tod des Kardinals Despuig von dessen Neffen gebaut | Foto: gwo

| Bunyola, Mallorca |

Die Geschichte des Landgutes Raixa in der Nähe von Bunyola auf Mallorca ist auch die Geschichte eines Traumes. 1660 erwarb die Familie Despuig das Anwesen. Ihr Nachkomme, der Kardinal Antoni Despuig i Dameto, ein kultivierter und gebildeter Mann, der viel gereist war, fasste den Entschluss, das ursprüngliche Bauernhaus in einen Palazzo nobile umzuwandeln. Er ließ die Gärten und die Häuser ausbauen, woraufhin das Landgut prächtig erstrahlte und sich dem Mythos annäherte.

Dies und noch viel mehr lernt man bei einem geführten Rundgang durch Raixa von der mallorquinischen Fremdenführerin Maria Sureda. Im Rahmen des Kultur- und Kunstprogramms der Deutschen Ingrid Flohr führte sie jüngst deutschsprachiges Publikum über das Landgut. Sureda spricht exzellentes Deutsch und arbeitet seit rund zehn Jahren mit Flohr zusammen. "Wir nehmen Raixa fest ins Programm auf", teilte die Organisatorin gleich zu Beginn des Rundganges mit.

Die Tour begann am Torbogen vor dem Eingang des Hauses, der 1898 vom letzten Nachfahren der Despuig-Familie gebaut worden war. "Die Geschichte des Landgutes führt uns bis ins 10. Jahrhundert zurück", erklärte Sureda. Schon der Eroberer Mallorcas, König Jaume I., besaß Raixa. 2002 dann stand das Anwesen zum Verkauf, die deutsche Modedesignerin Jil Sander machte ein großes Angebot. Letztendlich kaufte es der Inselrat für 8,4 Millionen Euro, dem es heute gehört.

"Raixa zählt drei imposante Elemente: die Loggia, die Apollo-Treppe und das Wasserreservoir", betonte Sureda. Unter erstgenannter versteht man die Galerie nach italienischem Vorbild an der Frontfassade des Hauses, auf der sich herrlich sonnenbaden lässt. Überdies bietet sich ein Panorama-Blick bis in die Bucht von Palma. "Die Loggia gibt dem Haus das monumentale Aussehen", frohlockte Sureda.

Ebenfalls italienisch inspiriert wurden die Gärten mit Statuen ausgestattet, so wie jene, die am Ende der gleichnamigen Treppe die Himmelsfigur nachstellt. Am Fuße des Aufgangs bietet sich dem Betrachter ein herrliches Bild der aufsteigenden, bepflanzten Ebenen, die in Apollo gipfeln. Der Obergarten, in dem sich das Ensemble befindet, wird dem Kardinal zugeschrieben.

Übertroffen wird die Szene noch von dem idyllischen Wasserreservoir mit angeschlossener Terrasse. "Es ist wunderschön, wie sich das Licht, die Sonne, die Wolken, die Bäume in dem Wasser spiegeln", kommentierte Sureda treffend. Der künstliche Speicher misst 83 mal 17 mal sieben Meter und ist damit einer der größten der Insel. Eine drei Kilometer lange Leitung stellt die Wasserversorgung aus einer Quelle auf einem Nachbargrundstück sicher.

In der Geschichte von Raixa taucht mit Santa Catalina Tomàs ein illustrer Name auf. Die junge Frau lebte als Magd um 1552 auf dem Landgut. Dort ist heute noch die Kammer zu besichtigen, die Tomàs bewohnt haben soll. Ende des 18. Jahrhunderts gelang es Kardinal Despuig schließlich, die später Heilige seligsprechen zu lassen.

Überdies befindet sich in dem Herrenhaus des Anwesens ein Interpretationszentrum über das Tramuntana-Gebirge und dessen 20 Gemeinden. Ein Teil der Ausstellung widmet sich dem Handwerk der Trockensteinmaurer, deren Schule auf Mallorca sich ausgerechnet in Raixa befindet.

Während der Führung entstand dieses Gruppenfoto am Abgang zur Terrasse des großen Wasserreservoirs. Alle Fotos: gwo

Das Landgut Raixa kann von Dienstag bis Samstag kostenlos besucht werden. Durch Audiogeräte können individuelle Führungen auch auf Deutsch genossen werden. Die nächsten Möglichkeiten, an den Führungen von Ingrid Flohr und Maria Sureda teilzunehmen, bieten sich am Donnerstag, 22. Januar, bei einem Besuch des Stadtpalastes "Can Vivot" in Palma sowie einer Jugendstil-Route. Weitere Informationen sowie Anmeldung telefonisch per +34 690 218 709.

Zum Thema
Meistgelesen