Im rot-weißen Einteiler wirbelt sie über die Bühne, macht einen Handstand, federt leichtfüßig durch die Szenerie und landet schließlich im Spagat. Mit ihrer fröhlichen, positiven Energie gelingt es Romina Pilz als "Tanzmariechen", mühelos das Publikum mitzureißen – erst im rheinischen Karneval, und nun auch auf Mallorcas bekanntester Partybühne am Ballermann.
Denn Romina Pilz, die sich mit dem Künstlernamen Rominapi nennt, hat vor wenigen Wochen beim "Bierkönig Newcomer Partyschlager 2026"-Wettbewerb das Rennen gemacht. Gegen zehn weitere Acts setzte sich die 26-Jährige durch und sicherte sich den Sieg. Noch immer kann sie kaum glauben, was passiert ist. „Es ist immer noch unglaublich und fühlt sich an wie ein Traum”, sagt sie nach ihrem Erfolg. Besonders stolz mache sie, dass sie selbst nicht damit gerechnet habe: „Eigentlich bin ich über den Karneval zur Musik gekommen."
Trotz aller Aufregung lieferte die Sängerin auf der Bühne eine souveräne Performance ab. "Obwohl ich seit zwölf oder dreizehn Jahren bei Karnevalsauftritten auf Bühnen stehe, bin ich jedes Mal nervös. Und der Bierkönig ist einfach nochmal etwas ganz anderes. Meine Hände haben richtig gezittert", erinnert sie sich. Jeder der zehn Teilnehmer hatte lediglich fünf Minuten Zeit, um das Publikum zu überzeugen. Doch sobald ihr Song begann, war die Nervosität verflogen. „Dann habe ich einfach Gas gegeben.” Unterstützung bekam sie dabei aus der Heimat. Ihre Mutter, ihre Schwester und sogar Mitglieder ihres Karnevalsvereins waren vor Ort, um sie anzufeuern.
Beim ersten Auftritt auf der Biekönig-Bühne zitterten ihre Hände
Romina Pilz stammt ursprünglich aus dem Ruhrgebiet und tanzt seit vielen Jahren als Solomariechen beim RCV Raesfeld in Nordrhein-Westfalen. Der Gesang kam erst vergleichsweise spät dazu. "Erst Anfang letzten Jahres habe ich mich intensiver mit dem Singen beschäftigt", erinnert sie sich. Gegen Ende 2025 begann sie dann, Cover-Songs aufzunehmen und sich musikalisch weiterzuentwickeln.
Der entscheidende Anstoß kam schließlich durch die Partysängerin Frenzy. Diese hatte öffentlich nach einem Support-Act für eines ihrer Konzerte gesucht und dazu aufgerufen, Videos einzusenden. Pilz machte mit, und wurde entdeckt. "Ich habe mit meinem Videofilm zwar nicht gewonnen, doch wurde trotzdem ein Plattenlabel auf mich aufmerksam”, erzählt sie. Kurz darauf erschien ihr erster eigener Song „Nie wieder nach Hause".
Pilz ist zwar gelernte Zahntechnikerin, hat sich jedoch auf Social Media eine gewaltige Community aufgebaut. Auf TikTok folgen ihr knapp 248.000 Follower, die ihre kurzen Tanzvideos anschauen, auf Instagram sind es rund 106.000. "Seit zwei Jahren arbeite ich nur noch selbstständig im Bereich Social Media. Ich habe auf jeden Fall mein Hobby zum Beruf gemacht. Aber mein Fokus soll künftig noch stärker auf der Musik liegen", sagt sie. Um ihre Tanzperformance zu perfektionieren, trainiert sie zweimal pro Woche intensiv. Hinzu kommen Gymnastik, Fitness und Akrobatik. Zu ihren großen Vorbildern zählt neben Frenzy auch Isi Glück.
Ein genaues Datum, wann sie das nächste Mal auf der Mallorca-Bühne zu sehen ist, kann sie noch nicht nennen. "Das hängt auch davon ab, wie schnell mein Live-Programm fertig wird. Ich habe gerade noch weitere Songs eingesungen", erklärt sie.
Die Insel kennt sie bereits seit ihrer Kindheit. "Ich glaube, ich war 2006 das erste Mal mit meinen Eltern im Urlaub dort und danach sehr oft auf Mallorca – am Ballermann tatsächlich noch nicht so häufig", so Romina Pilz. Die Single-Frau betreibt zudem, wie übrigens zunehmend mehr Ballermann-Künstlerinnen, einen Bestfans-Account, zu dem sie offen steht. Dort zeigt sie sich erotisch und selbstbewusst, ohne jedoch alle Hüllen fallen zu lassen, wie sie sagt. "Ich zeige mich dort in Unterwäsche. Es sind einfach ästhetische, sinnliche Bilder. Ich habe mich eigentlich schon immer gerne sexy gezeigt, und dafür ist die Plattform perfekt." Der Grund für diesen Schritt liege für sie auf der Hand: "Man kann dort schon gutes Geld verdienen. Aber mir macht es auch einfach Spaß, und ich bin da sehr locker."
Wo genau sie sich selbst in fünf Jahren mit ihrer Musik sieht, sei für sie noch offen, sagt sie. "So weit vorauszuplanen ist schwierig, ich bin ein Mensch, der vieles eher auf sich zukommen lässt." Fest stehe für Romina Pilz jedoch, dass sie sich eine Wohnung in Palma wünsche. Das würde das Pendeln zwischen Deutschland und der Insel deutlich erleichtern.