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Mallorca viel zu teuer! Insel-Residenten kaufen immer mehr Immobilien auf dem spanischen Festland

Seit der Pandemie hat sich die Zahl der in anderen Regionen erworbenen Wohnungen und Fincas im Vergleich zu den Vorjahren verdoppelt. In welche Regionen es die meisten Insulaner zieht

Weil Mallorca und die Nachbarinseln teilweise unerschwinglich geworden sind, zieht es viele Insulaner aufs spanische Festland | Foto: Miquel Àngel Cañellas/Archiv

| Mallorca |

Weil sich viele Menschen die Immobilienpreise auf Mallorca mittlerweile nicht mehr leisten können, kaufen sie immer häufiger Wohnungen, Fincas und Häuser auf dem spanischen Festland. Wie die MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora" berichtet, beginnt sich das „leergefegte Spanien“ mit Insel-Residenten und Balearen-Bürgern zu füllen, die die Inseln verlassen, die immer dichter bevölkert sind und von Touristen überrannt werden.

Die offiziellen Zahlen des spanischen Wohnungsministeriums zu Immobilienkäufen lassen keinen Zweifel: Seit der Pandemie haben sich die Käufe außerhalb der Balearen verdoppelt. In den fünf Jahren vor der Corona-Krise erwarben die Inselbewohner insgesamt 4.347 Immobilien in anderen Teilen Spaniens. In den fünf Jahren nach der Pandemie stieg die Zahl der Transaktionen auf 8.395 – wobei zu berücksichtigen ist, dass die detaillierten Ministeriumsdaten nur bis zum dritten Quartal 2025 reichen. Die tatsächliche Zahl dürfte also noch höher liegen, als es die Statistik ausweist.

Zahlen fast verdoppelt

Den offiziellen Zahlen zufolge entspricht dies einem Anstieg von 93 Prozent im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit – ein sehr deutlicher Zuwachs, der mit einer weiteren bemerkenswerten Entwicklung einhergeht: Zwischen 2015 und 2019 kauften die Einwohner der Balearen insgesamt 54.443 Wohnungen und Häuser auf den Inseln selbst; in den fünf Jahren nach der Pandemie waren es 51.490 – fast 3.000 weniger als zuvor. Während also die Käufe auf dem Festland zunehmen, gehen sie auf den Balearen zurück. 14 Prozent aller Käufe in diesem Zeitraum entfielen auf andere autonome Gemeinschaften. Fünf Jahre zuvor waren es lediglich 7 Prozent gewesen.

Dass sich die Inselbewohner verstärkt dem Wohnungsmarkt im Norden Spaniens zuwenden, ist keine urbane Legende. Besonders deutlich zeigt sich dies am Beispiel Asturiens: Zwischen 2015 und 2019 wurden dort 89 Immobilien erworben, nach der Pandemie waren es 845. Die Käufe haben sich also verzehnfacht, sodass die Balearen-Bürger dort inzwischen eine ähnliche Rolle spielen wie die Deutschen auf den Inseln.

Diese Regionen Spaniens sind gefragt

Auch zwei weitere Provinzen stechen bei den Immobilienkäufen durch Inselbewohner hervor: Alicante und Valencia. In Alicante haben sich die Käufe in diesem Zeitraum von 378 auf 767 nahezu verdoppelt. In Valencia fiel der Anstieg noch stärker aus: von 318 Transaktionen vor der Pandemie auf 892 danach. Madrid und Barcelona sind zwei weitere Provinzen, in denen der Immobilienerwerb durch Balearen-Bewohner auffällig ist. Dahinter folgt die Provinz Granada, wo die Käufe ebenfalls deutlich zugenommen haben. Insgesamt – wie eine begleitende Grafik zeigt – konzentrieren sich die meisten Erwerbungen auf den Nordwesten der Halbinsel, Andalusien, die Küstenregionen und Aragón.

Dass hinter diesem deutlichen Anstieg der Immobilienkäufe in anderen Regionen die kaum noch tragbaren Wohnungspreise auf den Mallorca und den Nachbarinseln stehen, liegt auf der Hand. Nach Angaben des spanischen Registratorenverbands ist – mit Ausnahme Madrids – Wohnraum in sämtlichen Provinzen spürbar günstiger als im Archipel.

Festland deutlich günstiger

Der Durchschnittspreis für eine 90-Quadratmeter-Wohnung auf den Balearen liegt bei knapp 370.000 Euro. In Asturien würde dieselbe Wohnung rund 145.000 Euro kosten, in Valencia – einer weiteren Region mit besonders vielen Käufen durch Inselbewohner – etwa 158.000 Euro. In León, ebenfalls eine Provinz mit stark gestiegenen Kaufzahlen, läge der Durchschnittspreis für eine solche Wohnung bei 97.000 Euro. In Badajoz, wo sich die Käufe seit der Pandemie verdreifacht haben, würde sie rund 78.000 Euro kosten.

Die Landkarte der Regionen, in denen Balearen-Bürger besonders häufig Immobilien erwerben, deckt sich mit einer weiteren Entwicklung: mit jenen Gebieten auf dem Festland, in denen immer mehr ehemalige Inselbewohner leben. Viele entscheiden sich für den Kauf von Wohnungen und Häusern in anderen spanischen Provinzen, weil Wohneigentum auf den Balearen trotz bislang erfolgloser politischer Versuche zur Preisstabilisierung nahezu unerschwinglich geworden ist. Allein im Jahr 2025 stiegen die Immobilienpreise auf den Inseln um 11 Prozent – mehr als dreimal so stark wie der Anstieg der Verbraucherpreise und dreimal so viel wie die Löhne der Arbeitnehmer.

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