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Die Latinofarbe der Willi Meyer Band

Ivan St. Ives und seine "Bach Stradivarius": Er nennt sie den "Mercedes unter den Trompeten". | Patricia Lozano

| Bunyola, Mallorca |

Er ist der Sonnenschein der Band, immer liebenswert und freundlich, immer gute Laune, und spielt alles mit Herz." So charakterisiert Songwriter Willi Meyer Ivan St. Ives. Der Trompeter und Percussionist bringt, wie Meyer es formuliert, die Latinofarbe in die Band. Weil er den Sommer über andere Engagements hatte, stand er die vergangenen Monaten nicht bei "Musik & Talk" auf der Bühne. Doch am Samstag, 28. Oktober, ist er wieder mit dabei. Um 20 Uhr beginnt der Event, der von MM präsentiert wird, im Restaurant Es Caliu bei Bunyola.

Ivan St. Ives stammt aus Havanna. Väterlicherseits führen seine Ursprünge nach Guadeloupe und Indien, mütterlicherseits nach Afrika und Spanien. "Ich bin ein kulturelles Quartett", resümiert er seine Wurzeln. Und der Spross einer musikalischen Familie. Der Vater und seine Onkel sangen, die Mutter spielte Klavier, ein weiterer Onkel war Pianist in Las Vegas.

Im "kulturellen Quartett" des Ivan St. Ives gibt die Trompete musikalisch den Ton an. Wenn er auf seiner Bach Stradivarius spielt, dann scheinen die Töne mit Leichtigkeit aus dem Instrument zu perlen, das er als den "Mercedes unter den Trompeten" bezeichnet. Doch dahinter steckt tägliches Üben. Denn um einen sauberen, klaren Ton zu erhalten, muss man die Luft gegen einen hohen Widerstand durch das Metallrohr blasen. Von 100 Anfängern kämen nur fünf bis zu dem Stadium, wirklich spielen zu können, erzählt St. Ives. Bei ihm selbst sei dies sehr schnell gegangen: "Ich war schon nach sechs Monaten so weit - aber ich habe auch fünf Stunden am Tag geübt."

Das Publikum von "Music & Talk" kennt St. Ives auch als versierten Percussion-Spieler. Dennoch bezeichnet er sich ausdrücklich nicht als Percussionisten. "Ich komme aus einem Land, in der dich die Percussion verfolgt. Wenn du sie nicht spielst, spielt sie dich. Das trage ich einfach in mir."

Vor sieben Jahren ließ sich der Musiker auf Mallorca nieder. Davor lebte er 15 Jahre in Deutschland in einem Ort zwischen Wiesbaden und Mainz. Dort wirkte er an zahlreichen Projekten mit, arbeitete unter anderem mit Lou Bega, der mit seiner Version von "Mambo No. 5" einen Welterfolg hatte. Doch ob große Namen oder kleine Clubs, St. Ives sagt über seine Zeit in Deutschland: "Alle Projekte dort waren sehr wichtig für mich, vom kleinsten bis zum größten."

Mit seiner heutigen Frau, eine Mainzerin, verließ er 2007 Alemania in Richtung Mallorca: "Wir hatten entschieden zusammenzubleiben und wählten für unser gemeinsames Leben Mallorca, als Nest für unsere Küken."

Mit Frau und drei Kindern lebt er seither auf der Insel. Einen Vergleich seines neuen Wohnorts mit Deutschland lehnt er ab. "Ich bin bin ja nicht hierher gekommen, um aus Deutschland zu fliehen. Aber mein Heim habe ich auf Mallorca gefunden."

Dass St. Ives im Sommer nicht bei "Music & Talk" teilnehmen konnte, hat mit den vielen Aufträgen zu tun. Im Sommer müsse er oft drei bis viermal am Tag spielen, sogar unterschiedliche Musikgenres. Ist das Leben für einen Musiker auf Mallorca härter? Das hänge davon ab, welche Prioritäten man im Leben habe und was man unter Erfolg verstehe, entgegnet er. Seine Prioritäten beschreibt er so: "Ich liebe die Musik und trage sie in mir. Aber ich würde sie nie vor die Familie stellen." Und was den Erfolg betrifft, hat er ebenfalls eine klare Einstellung: "Immer das Beste von dir zu geben, das ist für mich erfolgreich sein."

Musik & Talk, Samstag, 28. Oktober, 20 Uhr, im Restaurant Es Caliu bei Bunyola mit Willi Meyer and Band

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