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Der "Nebel des Guten": So punktet ein Restaurant in Palmas Zentrum in einem fast 100 Jahre alten Haus

Das Restaurant Boira im Hotel Nou Baleares ist eine wahre gastronomische Säule an Palmas Plaza de las Columnas

Das Hotel Nou Baleares in Palma beheimatet auch das Restaurant Boira | Foto: Alexander Sepasgosarian

| Palma, Mallorca |

Das ist mal eine angenehme Überraschung! Nur einen Steinwurf von der Markthalle von Pere Garau entfernt ist ein interessantes Hotel mit ausgezeichnetem Mittagsmenü zu entdecken – in ansprechendem Ambiente und mit einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Rede ist vom Hotel Nou Baleares und seinem Restaurant Boira, Mallorquinisch für „Nebel”, wo man ein wöchentlich wechselndes Menü, das täglich wechselt, für 18,90 Euro genießen kann. Dieses traditionsreiche Viertel in Palmas Osten hat nach und nach neue Restaurants und eine neue Kundschaft angezogen, wobei der größte Anziehungspunkt sicherlich die multikulturellste Markthalle der Stadt ist.

Das Hotel Nou Baleares befindet sich in einem Gebäude aus dem Jahr 1927, das nach der Pandemie vollständig renoviert wurde. Es gehört zur Gruppe Treguer Hoteles, im Besitz der mallorquinischen Unternehmer Rafael Balaguer Mestre und Jaume Alomar Garau. Es handelt sich um eine Gruppe von Vier-Sterne-Hotels, die sich durch ihre gute Lage und ihr Boutique-Hotel-Konzept auszeichnen. 2016 eröffneten die Unternehmer das Llaut Palace an der Playa de Palma; 2017 folgte Son Penya, ein Hotel mit Spa auf einem Anwesen mit 20 Zimmern; 2018 das Hotel L’Avenida in einem modernistischen Gebäude im Zentrum von Sóller sowie das elegante Hotel Cort beim Rathaus in Palma, direkt neben dem tausendjährigen Olivenbaum auf dem Platz davor.

Diese Gruppe hat stets ein besonderes Gespür für Gastronomie bewiesen, etwa mit dem Restaurant Katagi Blau, einem japanischen Restaurant an der Playa de Palma, oder María 5 im Hotel Cort. Nun kommt das Boira hinzu, an der Plaza de las Columnas, wo ein gemütlicher Raum mit großzügigem Sitzbereich im Innenhof sowie eine attraktive Dachterrasse geschaffen wurde, von der aus man die besondere urbane Architektur dieses Teils der Hauptstadt bewundern kann.

Im Zeichen des flexiblen Vegetarismus

Kulinarisch wird hier eine Küche geboten, die als flexitarisch bezeichnet wird (flexibler Vegetarismus, der Fisch- und Fleischgerichte nicht ausschließt). Hervorzuheben ist das Menü mit zwei Vorspeisen, drei Hauptgerichten und zwei Desserts zur Auswahl – ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis, das das Boira zu einer Referenz in dieser Gegend macht. Das Menü ist mittags und abends erhältlich sowie samstags und sonntags in Form eines Brunchs, was eher selten ist und sehr geschätzt wird.

Mit einem Aperitif des Hauses begann mein Besuch an dem Tag, an dem das Menü eine schmackhafte Kürbiscremesuppe mit Ingwer, Kokos und einem Hauch Safran sowie Gemüse- und Garnelenröllchen mit süß-saurer Sauce bot. Als Hauptgerichte gab es gegrillten Wolfsbarsch mit guter Textur, Couscous und floraler Garnitur; ein Cordon bleu mit saftigem Gemüsemuffin; sowie für Vegetarier einen Veggie-Burger. Als Dessert wurden ein Dulce-de-Leche-Tiramisu und ein Pfirsich-Cheesecake serviert – recht originell.

In der folgenden Woche bestanden die Vorspeisen aus Patatas Bravas mit Sriracha-Mayonnaise und knusprigen Zwiebeln sowie einem Taco mit gehacktem Fleisch, Pico de Gallo und Limetten-Crème-fraîche. Als Hauptgerichte standen angebratene Rigattoni mit Kalamata-Oliven, getrockneten Tomaten, Knoblauch, Parmesan und Basilikum, gegrillte Dorade mit Gemüse in Knoblauchöl und Sauce hollandaise sowie ein Spieß aus Hähnchen und Ofengemüse mit Pilaw-Reis zur Auswahl. Zum Dessert gab es Joghurt-Panna-cotta mit zimt- und honiggerösteten Birnen sowie Crema Catalana mit roten Früchten. Getränke sind inklusive.

Für die Feiertage wurden ebenfalls sehr ansprechende Spezialmenüs vorbereitet. In der Weihnachtswoche gab es Galets-Suppe oder Vol-au-vent mit Garnelen, Lauch und Brandy; als Hauptgerichte Cannelloni mit Pilz-Trüffel-Creme, überbackenen Kabeljau mit Aioli und gegrilltem Gemüsespieß oder Rinderfilet vom Grill mit Kartoffelpüree und Demi-glace-Sauce.

Die Plaza Columnas liegt am Ende der Nurredduna-Fußgängerstraße. Foto: as

Für den 5. und 6. Januar wurden Kartoffel-Trüffel-Creme sowie Empanadas mit geschmortem Schinken, Gruyère-Käse und karamellisierten Zwiebeln angeboten. Als Hauptgänge standen panierte Kräuterseitlinge auf Gemüsekuchen mit Saatenmix, Thunfischlasagne mit gerösteten Paprika oder Schweinefilet mit Süßkartoffelpüree und Portweinsauce zur Wahl. Inklusive Getränk kostet das Menü 26,90 Euro.

Die Weinkarte ist ebenfalls preislich fair, mit mehreren mallorquinischen Weinen sowie gereiften Riojas (Viña Salceda) und Ribera del Duero (Carmelo Rodero). Fazit: Das Boira ist eine sehr gute Option mit ausgewogenem Preis-Leistungs-Verhältnis in angenehmer Lage rund um Pere Garau. Auch das dortige Frühstücksangebot ist durchaus empfehlenswert. (Hinweis: Der Autor ist spanischer Gastronomiekritiker. Er besucht die Lokale inkognito.)

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