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KRIMINALITÄT

Radio zu laut: Bruder erstochen

Die beiden Chinesen lebten in derselben Wohnung / Täter: Es war Notwehr

Ein zu laut gestelltes Radio hat am vergangenen Samstag in Palma einen tödlichen Streit zwischen zwei Brüdern chinesischer Herkunft ausgelöst. Im Zuge der Auseinandersetzung stieß der 40-jährige Li Zouliang seinem neun Jahre jüngeren Bruder Bao Li ein Messer ins Herz. Die Justizbehörden werten die Tat als Totschlag.

Li Zouliang, der am Dienstag vom Untersuchungsrichter vernommen wurde, macht Notwehr geltend. Sein Bruder habe ihn mit einem Tischbein geschlagen und versucht, mit einem kleinen Messer auf ihn einzustechen. Im Kampf habe er dann selbst zugestochen. Den Ergebnissen der Autopsie zufolge erreichte der Stich das Herz. Bao Li starb noch am Tatort.

Die Tragödie begann am Samstag gegen 9.45 Uhr. Schauplatz: eine Wohnung im zweiten Stock in der Calle Socorro Nummer 13. Diese Straße liegt im sogenannten „Barrio Chino” in Palma, einem heruntergekommenen Altstadtviertel. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei kam Bao Li nach durchzechter Nacht nach Hause und stellte das Radio ein. Zu laut, wie sein älterer Bruder befand, der wohl gerade aufgestanden war. Der tödliche Streit nahm seinen Lauf ...

Nachdem Bao Li zusammengebrochen war, schleppte der 40-Jährige seinen Bruder auf die Straße und rief um Hilfe. Die herbeigeeilten Rettungskräfte versuchten noch, das Opfer wiederzubeleben, konnten jedoch nichts mehr ausrichten.

Li Zouliang befindet sich in Untersuchungshaft. Wie inzwischen bekannt wurde, hält er sich illegal in Spanien auf. Alle Versuche, gültige Aufenthaltspapiere zu bekommen, waren gescheitert. Die Order für seine Ausweisung ist bereits rechtskräftig.

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