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Diplomat für Mallorca

Die Herausforderungen für den Fremdenverkehrsverband

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Auf Regen folgt Sonnenschein. Unter diesem Motto scheint die Nominierung von Álvaro Middelmann zum neuen Präsidenten des mallorquinischen Fremdenverkehrsverbandes Fomento del Turismo zu stehen. Der scheidende Vorsitzende Miquel Vicens hat es sich in seiner fast zehnjährigen Amtszeit mit so vielen Leuten und Gruppierungen verscherzt, dass jetzt die Sehnsucht nach Konsens groß ist.

Dabei hatte Vicens in der Sache meistens Recht. Nur: Durch seine forsche Art hat er der Meinung Vorschub geleistet, das Fomento sei nur ein Sprachrohr der Hoteliers. In seinem eigenen Programm hatte er mit seinem Präsidium unter Punkt 3.1 das Ziel formuliert, das Bewusstsein der Gesellschaft für die Wichtigkeit des Tourismus zu schärfen. Damit ist er grandios gescheitert – eben auch, weil er oft im Ton daneben lag.

Middelmann hat gegenüber Vicens einige Vorteile: Er ist kein Hotelier, er legt mehr Wert auf Umgangsformen als auf Schlagzeilen, die wichtigsten Diskussionen sind bereits angestoßen. Dennoch ist es eine echte Herausforderung, die Themen All-inclusive, Residenten-Tourismus, Umweltschutz und Jobsicherheit so zu behandeln, dass das Ergebnis wirklich im Sinne des Tourismus ist, und nicht nur zum Vorteil einer Interessengruppe – und zwar ohne sich dabei ständig nur Feinde zu machen. Er muss das Fomento zum Kitt machen, der die Gesellschaft zum Wohle des Tourismus zusammenhält, damit der zum Wohle der Gesellschaft funktionieren kann.

Einen ersten Beweis seiner diplomatischen Fähigkeiten kann Middelmann noch vor seiner offiziellen Wahl am 15. Dezember abgeben: Wie sieht das Präsidium aus, das er sich selber aussuchen kann? Die Vertreter der wichtigen Verbände und der Politik sind gesetzt. Hat er den Mut, wirklich junge Leute mit frischen Ideen in sein Gefolge zu berufen? Oder fürchtet er, dass sie sich mit den alten Großkopferten anlegen könnten?

Selbst wenn Middelmann gut arbeitet, droht ihm Misserfolg. Denn nicht wenige Mallorquiner haben ein gespaltenes Verhältnis zum Tourismus und sägen in Ignoranz und Borniertheit an dem Ast, auf dem sie sitzen.

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