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Gesellschaftskritik in Wolle und Seide

Mallorcas international renommierter Designer Miguel Adrover mischt als Kreativ-Direktor bei „hessnatur“ den Modemarkt auf

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Mallorquinisches Design, ein hessiches Unternehmen, New York als Plattform und eine Frage an die ganze Welt: Leben wir noch in Harmonie mit der Natur? Oder zerstören wir sie? Die Ausstellung „Hidden in Natur“ von Miguel Adrover im Rahmen der New York Fashion Week im September wurde von vielen Besuchern als Highlight des Modeevents gewertet – vor allem aber wurde das Comeback des mallorquinischen Modeschöpfers gefeiert.

Nachdem er mit provokant-avantgardistischen Fashionshows auf sich aufmerksam gemacht und der Verband der amerikanischen Modedesigner ihn im Juni 2000 zum besten neuen Modeschöpfer ernannt hatte, wurde es ab 2003 still um den idealistischen Kreativkopf. Jetzt ist Adrover wieder da und international im Gespräch – und mit ihm das deutsche Unternehmen „hessnatur“.

Für das Bekleidungsunternehmen aus Butzbach arbeitet Adrover seit 2007 als Kreativ-Direktor. Eine perfekte Symbiose: Seit 30 Jahren gilt „hessnatur“ als Pionier der grünen Bewegung, die Firma verarbeitet Naturmaterialien, bei deren Anbau vollständig auf künstliche Düngemittel, Pestizide oder andere Stoffe verzichtet wird, die sich schädlich auf die beim Produktionsprozess Beteiligten oder auf die Träger der Kleidung auswirken könnten. Eine Philosophie, in der Adrover, der sein Umweltbewusstsein in der Vergangenheit durch die Verarbeitung von Recyclingmaterialien zum Ausdruck brachte, seine Heimat gefunden hat: „Wenn man mit attraktiver Bekleidung ein politisches oder soziales Bewusstsein schaffen kann, dann ist das meine Zielsetzung. Meine Kollektionen sollen den Menschen die Augen für unsere Gesellschaft öffnen.“

In diese Richtung weist auch seine Präsentation in New York, mit der „hessnatur“ seinen Einstieg in den amerikanischen Markt begleitete. Anstatt Modells über den Laufsteg zu schicken, umhüllte Adrover Figuren aus Holz mit den von „hessnatur“ verwendeten Materialien: Alpaka aus Peru, Seide aus China, Baumwolle aus Dänemark oder hessisches Bioleinen – eine künstlerische Auseinandersetzung mit Naturmaterialien und Verkörperung seines Anspruchs: Kleidung ist mehr als äußere Hülle, sie ist Ausdruck des bewusst gewählten Lebensstils.

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