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Playa de Palma: Aus zwei mach eins

Mit einer Halbierung der Anzahl der rund 40.000 Betten an der Playa de Palma will die Politik den Wert der Zimmer und die Qualität des Hotelangebotes heben. Kleine Räume zum Übernachten sollen zu großzügigen Unterkünften umgebaut werden

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Mallorca – Wunderschön, modern, umweltfreundlich, aufregend attraktiv und wirtschaftlich lukrativ – so soll sich die Playa de Palma im Jahre 2020 präsentieren, wenn der Integralplan zur Sanierung der heruntergekommenen Tourismusmeile weitgehend abgearbeitet ist. Die einstige Wiege des Massentourismus soll wieder zur einem Pionier, zu seiner Referenz in Sachen Reise- und Freizeiterlebnis werden. Das sind die Kernaussagen, die Margalida Nájera in ihrer Doppelfunktion als Geschäftsführerin des Konsortiums zur Sanierung der Playa de Palma und als Beauftragte der spanischen Zentralregierung zur integralen Moderniesierung der Playa de Palma am Donnerstag vergangener Woche emphatisch betonte.

Wie die Ziele erreicht werden sollen, darüber gibt es nur Andeutungen, wenig griffige Aussagen. Erst auf Nachfrage der Journalisten erklärt Nájera, dass ein Wechsel im Tourismus-Modell angestrebt wird. „Es gibt durchaus Hoteliers, die mit Vorschlägen an uns herantreten”, sagt die Politikerin, die früher als langjährige Bürgermeisterin in Calvià eine Phase der touristischen Modernisierung verwirklicht hatte. Die Herbergsväter, so die Sozialistin, würden in ihren veralteten Hotels gerne zwei kleinere Zimmer zu einem größeren zusammenfassen. Dadurch könnte das Hotel von drei zu vier Sternen aufgewertet werden. Der Preis des Zimmers würde von 18 Euro auf 60 Euro steigen und dem Unternehmer wieder Rendite einbringen. Gewinne, die bei alten Hotels gar nicht mehr anfielen.

Nájera verweist auf ein Beispiel: So werde derzeit an der Playa das Hotel Royal Cupido (drei Sterne) auf Initiative von Thomas Cook und Iberostar für fünf Millionen Euro Pri-vatinvestitionen umgebaut, um danach den Betrieb als Vier-Sterne-Hotel wieder aufnehmen zu können.

Kritiker können nicht behaupten, dass das Konsortium bislang untätig gewesen sei. Bei der Präsentation wurde reichlich Druckwerk verteilt, zwei Bände mit jeweils rund 140 Seiten Hochglanzpapapier und zahlreichen bunten Zeichnungen, Grafiken und Tabellen, die die Stationen zum Wandel der Playa de Palma sichtbar machen sollen. Unter dem Strategiepunkt 2 „hin zu einem innovativen Tourismus” heißt es in einer der wenigen Zeilen, dass „die Logik des Mengenwachstums im Übernachtungsgewerbe” zu widerrufen sei. Aus diesem Grunde sei es notwendig „40 Prozent des touristischen Angebotes zu verringern und zu verbessern”.

Der Finanzbedarf ist klar: In diesen Tagen sollen neun Millionen Euro zum Einsatz kommen, um Straßenbeläge, Laternen und Grünanlagen zu erneuern. Bis Ende 2010 sollen Investitionen von 80 Millionen Euro, mittelfristig sogar von 300 Millionen Euro angestoßen werden.

Die Bedeutung des Pilotprojekts für ganz Spanien ist allen bewusst. „50 Prozent der spanischen Tourismusindustrie”, heißt es im Strategiepapier, „ haben ihre Zukunft mit dem Erfolg des Projekts verknüpft.”

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