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Als gäbe es kein Morgen

Mallorca braucht ein Zukunftsmodell, das nicht auf Wachstum basiert

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Mallorca hat eine rasante Entwicklung durchgemacht in den zurückliegenden Jahrzehnten. Vom verschlafenen Mittelmeer-Eiland hin zur gefragten Destination des Massentourismus. Mallorcas jüngste Geschichte ist eine Geschichte des ungezügelten Wachstums. Die Folgen sind nicht zu übersehen, vor allem an den zugebauten Küstenstrichen. Die Phase des „Immer-mehr-und-immer-schneller” ist dabei noch lange nicht zu Ende. Schließlich soll die Urlauberzahl in jedem Jahr höher liegen als im Vorjahr. Obendrein prognostiziert das Statistikamt den Balearen in den nächsten zehn Jahren eine Zunahme der Einwohnerzahl um sechs Prozent auf 1'2 Millionen. Dabei liegt die Bevölkerungsdichte Mallorcas schon jetzt mit 238 Personen pro Quadratkilometer höher als beispielsweise in Deutschland.

Wie sieht sie aus, die Zukunft dieser Insel? Hat diese Insel eine Zukunft, die auf unbegrenztem Wachstum basiert? Auskunft darüber, wie viel menschliche Aktivität die Umwelt verträgt, gibt die Natur meist selbst. Gehen die natürlichen Ressourcen zur Neige, ist dies ein untrügliches Zeichen. Ein Beispiel dafür ist das Trinkwasser. Gemessen daran ist Mallorca längst am Rande seiner Möglichkeiten angelangt. Denn der Verbrauch ist hierzulande so hoch wie an kaum einem anderen Ort der Welt. Über Jahrzehnte hinweg wurden die Grundwasservorkommen ausgebeutet und verschmutzt, als gäbe es kein Morgen. Dank der Erschließung der „Sa-Costera”-Quelle, dank Klär- und Entsalzungsanlagen ist das Problem vordergründig zwar entschärft, aber nachhaltig ist die Wasserversorgung auf den Balearen auch heute gewiss nicht. Allein die Tatsache, dass stellenweise die Hälfte des Wassers aus dem maroden Leitungsnetz im Boden versickert, zeigt das. Bis sich Mallorcas Grundwasservorräte regeneriert haben, werden noch viele Jahre vergehen.

Mallorcas natürliche Ressourcen sind es, die die Grenzen des Wachstums vorgeben sollten.

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