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Nach Sturmtief Juliette: Schäden auf Mallorca gravierender als gedacht

Die Aufräumarbeiten in den betroffenen Regionen dauern nach dem Sturmtief Juliette an. | Archiv

| Mallorca |

Auf Mallorca hat das Sturmtief Juliette vor etwa zwei Wochen bleibende Schäden in der Natur hinterlassen. Das volle Ausmaß kommt erst jetzt ans Tageslicht. Laut aktuellen Schätzungen des Inselrats seien während des Sturmtiefs rund 1,5 Millionen Bäume auf einer Fläche von zirka 15.000 Hektar beschädigt worden. Aufgrund von umgestürzten Bäumen sind einige Straßen und Wanderwege zum Teil immer noch gesperrt.

Für die Instandsetzung der betroffenen Gebiete sollen zunächst rund 540.000 Euro in die Hand genommen werden. Allerdings wird das nicht ausreichen: Nach Schätzungen des balearischen Umweltministers Miquel Mir werden voraussichtlich 7,1 Millionen Euro benötigt, um alle Schäden zu beseitigen. "Aus diesem Grund ist es wichtig, dass der Staat die Katastrophenzone schnell ausruft und die Balearen nicht allein lässt, wie es bei dem Sturm im August 2020 geschah, der Banyalbufar, Esporles und Valldemossa heimsuchte", so Mir. Die Aufräumarbeiten laufen derzeit unter anderem in den Regionen Escorca, Felanitx, Fornalutx und Selva auf Hochtouren.

Bei den am meisten geschädigten Bäumen handelt es sich um Steineichen mit 932.260 Exemplaren, das entspricht etwa 66 Prozent der Gesamtzahl. Zudem wurden etwa 459.309 Kiefern und rund 30.000 Olivenbäume beschädigt.

Mitarbeiter kommen an ihre Grenzen

Nach Angaben der balearischen Naturparkbehörde Ibanat sind auch die Mitarbeiter aufgrund der umfangreichen Aufräumarbeiten völlig überlastet. Schuld seien vor allem veralterte Maschinen, die die Beseitigung der umgestürzten Bäume zunehmend erschweren. Einige Mitarbeiter hatten deshalb Beschwerden eingereicht. Das regionale Umweltministerium erklärte, dass die Mitarbeiter ihre festgelegten Arbeitszeiten einhalten und im Falle einer Verlängerung ihrer Arbeitszeit die Überstunden gemäß dem Tarifvertrag vergütet werden sollen.

Das Sturmtief Juliette hatte Ende Februar für überfüllte Sturzbäche, starke Niederschläge und in den höheren Lagen für Schneechaos gesorgt. Mehr als 300 Einsätze wurden auf der Insel verzeichnet, teilweise mussten Menschen mit Helikoptern geborgen werden.

Seit vergangener Woche zeigt sich allerdings auf der Insel ein ganz anderes Bild: Der Frühling hat Einzug auf der Insel erhalten. Am Wochenende wurden Rekordwerte bis zu 27 Grad verzeichnet, nachts gab es bei 20 Grad schon die erste Tropennacht.

Dieser Wettertrend soll auch in den kommenden Tagen anhalten. Die Tageswerte pendeln sich bei 19 Grad ein, dazu scheint überwiegend die Sonne. Auch nachts bleibt es verhältnismäßig mild, die Temperaturen liegen dann bei 10 Grad. Die Wassertemperatur im Mittelmeer beträgt derzeit um die 15 Grad.

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