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Fliegende E-Bretter: Deutscher expandiert mit "solarer Spaßinsel" auf Mallorca

Das Electric Event on Water: Solarbetriebene Yacht, Badeplattform, E-Boards und Toys wie schwimmende Sessel und Pool. | ans

| Port Adriano, Mallorca |

Die Einführung durch den Trainer lässt das Vorhaben federleicht anmuten. „Einfach auf das Board legen, losfahren, sich aus der Liegeposition zunächst auf alle Viere begeben, bevor man sich dann ganz aufrichtet und im Stand die Balance hält”, sagt der Mann und lächelt. Gut zwei Dutzend Teilnehmer genießen die Sonne auf der Plattform und warten auf ihren Turn, als Teilnehmer Mario den Erklärungen des Trainers lauscht, mit dem Ziel, erstmals ein E-Foil unter die Füße zu bekommen. Sie alle hatten sich zuvor nahe des Purobeach Clubs in Illetes in einem Schlauchboot auf eine Badeplattform vor einer Yacht übersetzen lassen, um dort das E-Surfing auf Boards von Marken wie Flite, Awake und Radinn auszuprobieren. Organisiert wurde das Event von Sven Hamelmann, dem Geschäftsführer der eFoil Riders Mallorca. Ihm geht es darum, zu zeigen, wie einfach das Fliegen-über-Wasser sein kann und welche nachhaltigen Freizeitmöglichkeiten auf dem Meer existieren, die allein mit Strom und Solarkraft zu betreiben sind.

Der Neoprenanzug sitzt, der Helm wird zurechtgeschoben. Es kann losgehen. Mario hat das zirka 1,5 Meter lange Brett vor sich auf der Wasseroberfläche, will sich bäuchlings darauf legen. Kaum nähert er sich dem Board, fällt er mit lautem Aufklatsch ins Wasser. Allein das Aufsteigen will erst einmal gelernt sein. Viele Gäste nicken wenig überrascht, denn diejenigen, die das E-Surfen probiert hatten, erlebten die gleiche Bauchlandung. Es dauert also ein wenig, bevor man wie ein junger Gott mit wehendem Haar über das Wasser fliegt.

„Kein Problem!”, lächelt Hamelmann. „Das ist wie beim Fahrrad fahren. Anfangs ist es undenkbar, die Balance auf dem E-Foil zu halten, doch dann macht es irgendwann „klick” – und es klappt”. Und tatsächlich! Auch wenn noch nicht geflogen, hatte es Mario geschafft, zwei Sekunden stehend auf dem schnellen Brett auszuharren. Der Proband ist begeistert: „Du brachst viel Kraft, aber es ist erlernbar”, sagt Mario S. Der 53-Jährige kann sich für das Surfen mit dem E-Foil begeistern. Diese Boards heben bei Spit-zengeschwindigkeiten von bis zu 45 Stundenkilometer regelrecht ab, ragen dann etwa einen Meter aus dem Meer heraus und sind nur noch durch den stehenden Flügel mit dem Nass verbunden. Man „fliegt” in luftiger Höhe über die Wellen dahin. Eine Fernbedienung in der Hand sorgt für den notwendigen Antrieb und Auftrieb, durch den schiffsschraubenartigen „Propeller” am unteren Teil des Foils.

Außer dem E-Surfing gab es noch andere Möglichkeiten, den Tag zu genießen. Wer nicht sportlich auf dem Wasser unterwegs sein wollte, fand auf dem künstlichen Eiland vor der Yacht jede Menge Annehmlichkeiten. Da waren Sofas und schwimmende Sessel zum Räkeln, für Kinder stand ein mit Netzen abgesicherter Pool im Meer samt Rutsche, sowie einem Riesentrampolin bereit. Hinzu kamen jede Menge Häppchen und Getränke. Wer sich lieber in der Sonne aalen wollte, der gesellte sich zu den anderen Gästen auf allen drei Ebenen der prachtvollen Yacht und genoss dabei Musik, Snacks und Drinks.

So ein Wasser-Adventure muss nicht teuer sein, sagt Seven Hamelmann. „Bei zwei bis acht Personen gibt es Angebote ab 670 Euro, sprich 83,75 pro Person.” Sie beinhalten ein elektrisches Boot vom schwedischen Geschäftspartner X-Shore, zwei Boards, einen Trainer und Watertoys wie zum Beispiel die Badeplattform. Wer noch mehr Spielspaß haben möchte, kann entweder mehrere kleine elektrische Boote oder gleich einen Katamaran von Silent Yacht dazu buchen. Die auf dem Event präsentierte, vollelektronische Yacht von Geschäftspartner Franz Böse verfügt über ein komplett mit Solarpaneelen bestücktes Dach und konnte alle technischen Geräte an Bord sowie die E-Boards problemlos mit mehr Power versorgen als für das ganze Equipment nötig war.

Ralf Jansen, CEO von E-Dolphin, will seine bald in Serie laufenden Elektro-Jetskis von 2024 an ebenfalls über Sven Hamelmann anbieten. Alle Partner sind sich einig darin, dass sie die Gewässer von Lärm und Motorabgasen befreien und dabei ein Maximum an Freizeitspaß bieten möchten. Hamelmann ist nach eigener Aussage der Erste, der die fliegenden E-Bretter auf Mallorca mit den umfangreichen Wasseradventures anbietet. Der Betrieb des Würzburgers befindet sich in Portals Nous. Dort können die Boards erstanden, Probefahrten und Events gebucht werden. Die Käufer eines Boards werden alle Teil einer Community, die sich regelmäßig zu den von Hamelmann organisierten Events trifft.

Mario, der bei seinem Debüt mehr im als auf dem Wasser verbrachte, will auf jeden Fall beim nächsten Mal dabeisein. Denn Hamelmanns Worte machten dem 53-Jährigen Mut. Der Organisator verspricht: „Übrigens können 90 Prozent der E-Surfer bereits nach wenigen Übungsstunden übers Wasser fliegen.”

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