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Mallorca soll für Ärzte und Pflegepersonal attraktiver werden: Regierung schafft verpflichtende Katalanischkenntnisse ab

Nur mit dieser Maßnahme lasse sich der akute Personalmangel im Gesundheitswesen allerdings nicht beheben, so die zuständige Ministerin.

Die balearische Gesundheitsministerin Manuela García arbeitete bis vor Kurzem selbst noch als Ärztin. | Ultima Hora

| | Palma, Mallorca |

Auf einer außerordentlichen Kabinettssitzung hat die balearische Landesregierung am Montag entschieden, dass für Berufe im Gesundheitswesen Katalanischkenntnisse nicht mehr zwingend notwendig sind. Damit will die Regierung die Anstellung von Ärzten und Pflegepersonal aus anderen Regionen Spaniens erleichtern. Das gab die zuständige Gesundheitsministerin Manuela García laut MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora" am Montag bekannt.

Schon im Wahlkampf hatten die Konservativen angekündigt, im Falle eines Wahlsieges die von vielen kritisierten Sprachhürde abzubauen. Angesichts des akuten Personalmangels im Gesundheitsbereich hatte das Linksbündnis, das bis Juli an der Macht war, bereits erste Ausnahmen von der Sprachregelung akzeptiert. Wichtig sei, das wiederholte García erneut am Montag, Maßnahmen zu ergreifen, mit denen möglichst rasch die langen Wartezeiten auf ärztliche Behandlungen und chirurgische Eingriffe heruntergefahren werden könnten.

Fehlende Katalanischkenntnisse stellen nach Meinung von García beileibe nicht das einzige Problem bei der Stellenbesetzung dar. Die Attraktivität eines Arbeitsplatzes auf Mallorca und den benachbarten Inseln leide zudem an Faktoren wie Insellage und den damit verbundenen Transporthürden, exorbitanten Mieten und vergleichsweise niedrigen Gehältern. "Die vorausgesetzten Katalanischkenntnisse waren nur ein weiteres Problem, und deshalb haben wir diese abgeschafft", sagte García.

Neu ist auch, dass Mallorca in die Liste von nur "schwer vermittelbaren" Zonen aufgenommen wird. Bislang umfasste diese Liste nur die Inseln Menorca, Ibiza und Formentera. In diesen von der Politik ausgewiesenen Bereichen liegen beispielsweise die Preise für Mieten und Wohneigentum besonders hoch. Ein weiteres Kriterium ist die verkehrstechnische Anbindung, die solche Gebiete wenig attraktiv für Arbeitnehmer macht. Ferner rief die Landesregierung ab sofort die Kategorie "sehr schwer vermittelbar" ins Leben. Wer als Arzt oder Pflegekraft bereits ist, dort eine Stelle anzunehmen, kann auf bis zu dreimal so hohe Zuschläge hoffen.

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