Das kürzliche Auftauchen eines Seehasen vor der Küste von Sa Ràpita im Süden von Mallorca hat unlängst die Neugierde von Einheimischen und Besuchern gleichermaßen geweckt. Was wie ein einfacher schwimmender Sack aussah, entpuppte sich bei näherem Hinsehen als ein seltsames Weichtier mit dunklem Körper und gallertartiger Textur, das sich dank seitlicher Flossen, die Ohren ähneln, langsam bewegte. Die Kreatur ist im Sommer häufig anzutreffen, wobei ihre Form und ihr Verhalten immer wieder für Erstaunen sorgen.
Der Seehase (Aplysia fasciata) ist eine große Meeresschnecke, die bis zu 40 Zentimeter lang werden kann, wobei Exemplare von 20 bis 25 Zentimetern am häufigsten vorkommen. Er lebt in den flachen Gewässern des Mittelmeers und ist in den warmen Monaten auf den Balearen häufig anzutreffen. "Jedes Jahr sieht man sie normalerweise an der Küste", so der Meeresbiologe Aniol Marilles gegenüber der MM-Schwesterzeitung Ultima Hora.
Obwohl das Aussehen des Seehasen gruselig erscheinen mag, ist er überhaupt nicht gefährlich. Der Seehase ernährt sich von Grünalgen und trägt zum ökologischen Gleichgewicht des marinen Ökosystems bei. Marilles erklärt, dass er vor allem nachts aktiv ist. Das erklärt, warum er von den Badegästen oft unbemerkt bleibt.
Es ist unbekannt wie viele Seehasen es rund um Mallorca gibt
Im Mittelmeer gibt es zwei Arten von Seehasen sowie viele kleinere Meeresschnecken. Ihr Auftreten in Küstennähe kann mit Faktoren wie Meeresströmungen, Wassertemperatur oder sogar Algenblüten zusammenhängen. Trotz ihres fremdartigen Aussehens sind sie in diesem Teil der Welt eine relativ
Unbekannt ist, wie viele Seehasen in den Gewässern rund um die Inseln leben. "Wir kennen die geschätzte Population auf den Balearen nicht, das weiß niemand", gibt Marilles zu. Vorerst bleibt ihr Auftauchen eine Erinnerung an das Geheimnis des Mittelmeers, selbst an so zugänglichen Orten wie einem Strand auf Mallorca.