Der Inselrat von Mallorca hat vor Kurzem in Palma unter der Brücke Jacint Verdaguer Sandsteinblöcke verteilt, um zu verhindern, dass sich dort Obdachlose niederlassen. Dort, am Unterbau der Brücke, auf dem erhöhten Gelände zwischen den Bahngleisen der Zugstrecke nach Inca und Manacor und dem Fußgängerbereich, hatten bis vor wenigen Monaten Menschen in Hütten gelebt. Dann wurde die Brücke renoviert und die Gruppe zog während der Arbeiten an andere Orte.
Die Siedlung unter der Jacint-Verdaguer-Brücke an der Grenze zwischen den Stadtvierteln Son Fortesa und Son Oliva war umstritten und Gegenstand von Beschwerden seitens der Nachbarn. Aufgrund der Baumaßnahmen begaben sich die Obdachlosen zur Fußgängerbrücke von Son Fortesa, die nur wenige Meter weiter liegt, oder zu einem angrenzenden Grundstück, das parallel zur Autobahn von Inca von den Anwohnern als Hundepark und Spazierweg genutzt wurde.
Nach Abschluss der Renovierungsarbeiten stellte der Inselrat von Mallorca die erwähnten Sandsteinböcke gleichmäßig verteilt auf dem ehemals bewohnten Gelände auf. Von Seiten der Institution heißt es, die Aktion ziele darauf ab, die Sicherheit in diesem Bereich zu verbessern.
Mehr bezahlbarer Wohnraum und Unterstützungsangebote nötig
Die Situation unter der Jacint-Verdaguer-Brücke wirft ein Schlaglicht auf die Herausforderungen, denen sich Mallorca im Umgang mit Obdachlosigkeit gegenübersieht. Sozialverbände kritisieren, dass es an bezahlbarem Wohnraum, niedrigschwelligen Unterstützungsangeboten und einer umfassenden Strategie zur Bekämpfung von Wohnungslosigkeit fehle. Sie fordern von der Politik mehr Engagement und nachhaltige Lösungen, um betroffenen Menschen langfristig zu helfen, statt sie durch Verdrängung lediglich aus dem öffentlichen Raum zu entfernen.