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KRIMINALITÄT

Nach Einbruchsserie auf Mallorca: Polizei nimmt siebenköpfige Bande in flagranti fest

Die Behörden sprechen von einer hoch spezialisierten Organisation, die auf ihren Beutezügen kaum Spuren hinterließ. In Palma gingen die Männer und Frauen den Ermittlern dennoch ins Netz.

Die Ermittler stellten so manches Diebesgut und Einbruchswerkzeug sicher. | Foto: Policía Nacional

| | Palma, Mallorca |

Die Nationalpolizei hat auf Mallorca eine auf Einbrüche spezialisierte Bande zerschlagen, die zwischen April und August zehn Wohnungseinbrüche in der Hauptstadt Palma verübt haben soll. Sieben Personen wurden festgenommen – sechs kolumbianische Staatsangehörige und eine Spanierin. Vier der Beschuldigten befinden sich nach Auskunft der ermittelnden Behörden inzwischen in Untersuchungshaft.

Die kriminelle Organisation verwendete nach Polizeiangaben spezielle Universalschlüssel, um Türen zu öffnen, ohne Spuren an den Schlössern zu hinterlassen. Alle Einbrüche wiesen demnach charakteristische Gemeinsamkeiten auf: Sie fanden tagsüber statt, die Täter entwendeten Bargeld und Schmuck, ließen jedoch elektronische Gerät wie Smartphones und Computer zurück – vermutlich aus Furcht vor GPS-Tracking.

Die Ermittler, so die MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora", hätten schnell das Modus Operandi der Bande entschlüsselt: So soll es sich um eine "reisende Verbrecherbande mit klarer Arbeitsteilung" handeln. Während einige Mitglieder Zielobjekte ausspähten, transportierten andere die Werkzeuge oder übernahmen Überwachungsaufgaben. Damit Nachbarn keinen Verdacht schöpften, gaben sich die Täter als Techniker aus oder trugen Rucksäcke von Lieferdiensten.

Ende August sollen die Ermittler der Organisation den entscheidende Schlag versetzt haben: Die Polizisten observierten die Bande bei einem Einbruch in der Nähe des Parque de la Riera in Palma. Nach 40 Minuten und getaner Arbeit verließen vier Personen das Gebäude und wurden auf frischer Tat festgenommen. Die Beamten stellten knapp 10.000 Euro Bargeld sowie zahlreiche Schmuckstücke, Uhren und andere Wertgegenstände sicher.

Bei Durchsuchungen der Fahrzeuge und Wohnungen stießen die Ermittler auf "umfangreiche Werkzeugsätze mit Universalschlüsseln und Geräte" zum Öffnen von Schlössern. Die Beschuldigten müssen sich nun wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung und schweren Diebstahls in zehn Fällen verantworten.

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