In Palma de Mallorca ist am Donnerstag ein Anwalt aus seiner Kanzlei in der Carrer de Aragó zwangsgeräumt worden. Der gerichtliche Vollzug sei nach monatelangen Mietrückständen und ohne Zwischenfälle erfolgt, so die MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora". Der Vorgang sei allerdings von "erheblichen Spannungen" begleitet worden.
Nach Angaben der Eigentümer hatte der Jurist die als Büro genutzten Räume vor einigen Jahren angemietet, die monatliche Miete von etwas mehr als 600 Euro jedoch über "längere Zeit" nicht gezahlt. "Die Miete wurde eigentlich nie fristgerecht überwiesen", sagte der Sohn der Eigentümer dem Lokalblatt. Nachdem sich die Rückstände auf mehrere Monate summiert hätten, habe die Familie Klage eingereicht. Zwar sei im Zuge des Verfahrens einmalig ein Betrag über das Gericht beglichen worden, anschließend seien jedoch "erneut keine Zahlungen" erfolgt.
Die zuletzt offene Forderung belief sich nach übereinstimmenden Angaben auf rund 4.000 Euro. Diese Summe habe der Anwalt während des Räumungstermins selbst eingeräumt. Der Fall erregt deshalb besondere Aufmerksamkeit, da der Betroffene als Jurist tätig ist. Der Sohn der Eigentümer sprach von einer unverständlichen Situation: Es sei "erstaunlich, dass jemand mit juristischem Fachwissen so handelt".
Der geräumte Anwalt vertrat am Donnerstag die Meinung, die Räumung werde seine berufliche Tätigkeit nicht beeinträchtigen. "Ich habe bereits einen anderen Standort", sagte er. Zugleich kritisierte er die Berichterstattung der Medien scharf und warf den Beteiligten vor, seinen Ruf schädigen zu wollen.
Während der richterlich angeordneten Räumung zeigte sich der Anwalt emotional aufgebracht und äußerte wiederholt Vorwürfe gegen die Justiz und die Eigentümer. Seine Versuche, den Ablauf mit formalen Einwänden zu verzögern, blieben letztlich erfolglos.
Nach Informationen aus dem Umfeld des Verfahrens handelt es sich um einen Wiederholungstäter: Der Anwalt soll bereits vor einigen Jahren aus einer anderen Kanzlei geräumt worden sein.