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Kameras

Hier werden Sie beobachtet: Noch mehr Webcams für Mallorca geplant

In Echtzeit von Deutschland aus die Insel beobachten – Webcams machen es möglich. Ein Deutscher will noch mehr davon aufstellen

Dem Sehnsuchtsort ganz nah: Webcams machen es möglich, Mallorcas Strände live zu betrachten | Foto: Patricia Lozano

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Viele Mallorca-Heimkehrer kennen es: Nach dem Aufenthalt auf der Insel setzt im kalten Deutschland das Fernweh ein. Und wie kann man sich die Lieblingsinsel schneller wieder vor Augen holen, als mit einem Klick auf eine der zahlreichen Webcams, die sonnenbeschiene Strände oder beliebte Plätze zeigen. Viele Kameras können auch auf der Internetseite des Mallorca Magazins angeklickt werden. Unter „Services” findet sich der Punkt Webcams, hier hat der Zuschauer die Qual der Wahl: Camp de Mar, Port d’Andratx, Santa Ponça und viele weitere Orte.

Die Kamera am Palmira-Strand in Peguera am Lokal Rendezvous zieht tagtäglich Unmengen von virtuellen Besuchern an, sagt Kay Loehden. Er muss es wissen, denn er betreut fast 30 Web-Kameras auf der Insel. Die in Peguera aber hat anscheinend eine besondere Anziehungskraft: „Sie war sogar gerade in der deutschen Fernsehsendung ,TV total’ auf Pro Sieben zu sehen”, sagt Loehden stolz. Eine Überraschung, da er auf dem heimischen Sofa in Santa Ponça saß und plötzlich den wohlbekannten Kameraschwenk sah. Und ein Grund zur Freude: Denn vor einigen Wochen wurden alle seine Kameras abgeschaltet. Der Nutzer sah nur schwarz, und so erreichten zahlreiche Zuschriften die MM-Redaktion mit Nachfragen, wann denn wieder mit einem Blick über das mallorquinische Meer zu rechnen sei. Kay Loehden erklärt die Deaktivierung so: „Eine Cam nahm auch laute Musik von einer Party auf, die in unmittelbarer Nähe stattfand. Die Schlagermusik wurde von der Videoplattform YouTube erkannt und gesperrt, obwohl ich sie sofort abgeschaltet habe”. Denn da Musik urheberrechtlich geschützt ist und ohne Erlaubnis nicht ins Netz übertragen werden darf, wurde kurzer Prozess gemacht: Die Kameras blieben eine Zeit lang aus. Aktuell sind sie aber wieder am Start.

Kay Loehden betreibt das „Multimediatres” in Andratx. In seinem Geschäft kümmert er sich um alles, was mit Fernsehen, Satteliten-TV und mobiler Kommunikation zu tun hat. Die Webcams sind eigentlich ein Hobby, wenn auch ein recht zeitraubendes: „Sie müssen gewartet werden oder ausgetauscht, wenn die Qualität nicht mehr ausreicht.” Dabei ist er auch vor bösen Überraschungen nicht gefeit: „Ein Arbeiter auf einem Dach hat letztens einfach das Kamerakabel durchgeschnitten. Auch das musste dann ersetzt werden.”

Man ist auf der Suche nach neuen, spektakulären Standorten

Momentan sind 28 Stück online, und es sollen mehr werden. Eine in Sant Elm steht kurz davor, ihren Betrieb aufzunehmen. Und auch in der Inselhauptstadt Palma sollen User künftig auf flanierende Menschen vor bekannten Sehenswürdigkeiten wie Kathedrale, Born oder Plaça d’ Espanya schauen können. Wo genau, dazu startet Loehden einen Aufruf: „Wir sind auf der Suche nach neuen, spektakulären Standorten auf der Insel, an denen man das Leben und die Schönheit Mallorcas beobachten kann. Die Installation ist kostenlos, die Kameras und Bildrechte bleiben aber mein Eigentum, Wartung sowie Pflege übernehme ich komplett. Wenn noch jemand einen Standort hat, an dem es viel Leben gibt – egal ob Strand, Hafen, Promenade, Dorfplatz oder auch auf den Nachbarinseln – immer her damit! Die Kamera benötigt nur schnelles Internet und etwas Strom, der Rest wird von mir erledigt.” Wer also Interesse an einer Installation hat und einen guten Standort für eine Kamera kennt, der kann sich bei Kay Loehden unter office@multimediatres.com melden.

Mit 4,5 Millionen Aufrufen gehören Loehdens Kameras zu den meistgeklickten spanienweit. Sogar im spanischen öffentlich-rechtlichen Sender TVE wurden im November 2025 Bilder einer seiner Cams gezeigt, als ein Unwetter auf Mallorca im Anmarsch war. „Da gingen die Klicks steil nach oben. 3000 Menschen loggten sich ein, wo es vorher kaum 50 waren”, so der gebürtige Hamburger.

Das Hobby Webcam bringe zwar nicht viel Geld ein, es sei eher ein Zubrot. Aber der Funfactor zählt: „Ich freue mich ja selbst daran”, erklärt er begeistert. Ständig feilt er an der Technik, um die Qualität zu verbessern. Und wenn die Leute vor einer Kamera stehen und hineinwinken, dann weiß Loehden eins: dass seinem Wunsch, noch viele Kameras mehr zu providen, nichts mehr im Weg steht.

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