Der Leiter des Gefängnisdienstes von Palma de Mallorca, der Mitte Januar wegen mutmaßlicher Korruption im Zusammenhang mit Häftlingen festgenommen wurde, ist auf das spanische Festland verlegt worden. Wie aus Justizkreisen verlautete, befindet sich der Verdächtige inzwischen in der Strafvollzugsanstalt Topas in Salamanca, wo er in einem speziellen Trakt für Beamte und Polizisten untergebracht ist.
Der Mann war am 15. Januar festgenommen und wenige Stunden später auf Anordnung eines Bereitschaftsrichters wegen des Verdachts der Bestechung in Untersuchungshaft genommen worden. Seitdem befand er sich in der Aufnahmeabteilung des Gefängnisses von Mallorca, da eine Unterbringung in einer regulären Abteilung nicht möglich war. Aus Sicherheitsgründen entschieden die Behörden schließlich, ihn in ein anderes Gefängnis zu verlegen. In Topas existiert seit 2025 ein gesonderter Bereich für ehemalige Angehörige der Sicherheitskräfte, Richter oder Beamte, die keinen Kontakt zu anderen Insassen haben dürfen.
Topas: Seperater Bereich für Ex-Beamte und Richter seit 2025
Die Festnahme, über die zunächst die spanischsprachige MM-Schwesterzeitung Ultima Hora berichtet hatte, erfolgte zeitgleich mit der einer Frau, die als Partnerin eines Häftlings gilt. Beide stehen im Verdacht, verbotene Gegenstände in die Haftanstalt von Palma geschmuggelt zu haben. Zudem soll der Beamte mehrere als einflussreich geltende Insassen, darunter mutmaßliche Drogenhändler, gegen Geld bevorzugt behandelt haben.
Nach der Vorführung vor den Haftrichter ordnete das Gericht die Untersuchungshaft für beide Beschuldigte an. Die Frau kam nach Zahlung einer Kaution in Höhe von 5000 Euro wieder frei. Wenige Stunden später wurde bekannt, dass ein weiterer Mitarbeiter der Strafvollzugsanstalt wegen desselben Vorwurfs der Bestechung festgenommen worden war.