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Bellota-Schinken unterm Mantel versteckt: Gourmet-Diebin gibt Keule reumütig, aber halb verzehrt zurück

Mithilfe von Überwachungsaufnahmen kamen die Ermittler der polizeibekannten Frau auf die Spur. An der Wohnungstür drückte diese den Beamten das angeknabberte Objekt der Begierde in die Hand.

Sichtlich nicht mehr im Originalzustand: Die halb verzehrte Keule Bellota-Schinkens | Foto: Guardia Civil

| Palma, Mallorca |

Für eine Keule hochkarätigen Schinkens ist so mancher Spanier bereit, gesetzliche Grenzen zu überschreiten. So geschehen im beschaulichen Sineu auf Mallorca, wo eine 57-jährige Frau einem iberischen Bellota-Schinken im Wert von rund 420 Euro offenbar nicht widerstehen konnte. Der kulinarisch motivierte Ausflug in die Illegalität habe sich, wie die MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora" berichtet, bereits am 20. Januar ereignet. Wenig später tauchte die begehrte Delikatesse wieder auf – allerdings nur noch in Restform.

Der Besitzer des kleinen Supermarkts bemerkte das Fehlen der Keule und wandte sich an die Guardia Civil. Die Beamten werteten daraufhin die Überwachungskameras aus. Mit deren Hilfe sei es gelungen, die mutmaßliche Täterin zu identifizieren – eine Frau, die offenbar wusste, was sie tat.

Die Aufnahmen zeigen nach Angaben der Ermittler, wie sich die 57-Jährige dem Schinken nähert und zunächst prüfend Maß nimmt. Entscheidend war offenbar die Frage, ob der eigene Mantel groß genug sei, um die komplette Keule diskret aufzunehmen. Nachdem diese Hürde genommen war, verschwand der Schinken flugs unter dem knielangen Kleidungsstück. Um nicht aufzufallen, drehte die Frau noch einige Runden durch den Markt, bevor sie sich an der Kasse vorbei ins Freie begab – ohne zu bezahlen.

Ein iberischer Bellota-Schinken bringt in der Regel zwischen sieben und zehn Kilogramm auf die Waage. Dass ein solches Gewicht unter einem Mantel unbemerkt bleibt, werten die Ermittler als Hinweis auf eine gewisse Routine. Dank einer "ausgefeilten Technik", so heißt es, sei das Personal nicht aufmerksam geworden. Die Polizei geht daher davon aus, dass es sich nicht um den ersten Keulen-Klau der Frau gehandelt haben dürfte.

Da die Beschuldigte den Behörden wegen früherer Delikte bereits bekannt war, suchten Beamte sie schließlich an ihrem Wohnort auf. Angesichts der Beweislage verzichtete die Frau auf weiteren Widerstand und übergab den Schinken anstandslos – wenn auch nicht mehr im Originalzustand. Festgenommen wurde sie nicht. Gleichwohl wird sie sich nun wegen mutmaßlichen Diebstahls verantworten müssen. Der Supermarkt hat seine Keule zurück, wenn auch um einige Scheiben erleichtert.

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