Die Prozessionsspinner breiten sich auf Mallorca derzeit ungebremst aus: Besonders im Wald unterhalb der Bellver-Burg und in der Nähe des Parkplatzes wurden in den vergangenen Tagen laut einem Bericht der MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora" Exemplare dieser gefährlichen Insekten gesichtet. Auch Mülleimer wurden von den Tieren befallen.
Die Prozessionsspinnerraupe ist auf Mallorca längst kein seltenes Phänomen mehr – sie ist zu einer regelrechten Plage geworden. Die steigenden Temperaturen durch den Klimawandel begünstigen ihre Ausbreitung enorm. Während früher nur vier Prozent der Raupen das Erwachsenenalter erreichten, sind es heute bis zu 15 Prozent. Das hat drastische Folgen: Die Raupen besiedeln mittlerweile die gesamte Insel, fressen Kiefern kahl und stellen eine ernste Gefahr für Menschen und Tiere dar.
Die Raupen ernähren sich von Kiefern und schwächen diese erheblich. In stark befallenen Gebieten kommt es daher regelmäßig zur Abholzung ganzer Waldflächen. Die Auswirkungen sind auch für die Landwirtschaft und das Ökosystem schwerwiegend. Besonders betroffen ist Mallorca, wo der Schädling bereits jede Gemeinde erreicht hat – selbst die feuchteren Regionen der Serra de Tramuntana bleiben nicht mehr verschont.
Gefahr für Mensch und Tier
Die weißen, behaarten Raupen sind nicht nur für Bäume ein Problem. Ihre Brennhaare enthalten ein stark reizendes Gift, das bei Menschen Dermatitis, Hautläsionen, Urtikaria und sogar schwere allergische Reaktionen auslösen kann. Besonders Kinder und empfindliche Personen sollten Kontakt mit den Raupen und ihren Nestern unbedingt vermeiden. Noch gefährlicher ist die Prozessionsspinnerraupe für Hunde: Wenn sie die Haare auflecken oder einatmen, kann das zu lebensbedrohlichen Schwellungen im Rachenbereich führen. In manchen Fällen endet dies sogar tödlich.