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MOBILITÄT

Rettung aus der Luft: Drohnen-Test am Airport Mallorca

Unter realen Bedingungen führten Entwickler des europäischen Forschungsprojekts EUREKA einen Notfallflug zwischen dem Flughafen Palma und Llucmajor durch.

Der Moment vor dem Start der Notfall-Drohne | Foto: Enaire

| Palma, Mallorca |

Am Flughafen Palma de Mallorca ist erstmals unter realen Bedingungen der Transport medizinischer Proben mit einem unbemannten Fluggerät demonstriert worden. Der Testflug fand im Rahmen des europäischen Forschungsprojekts EUREKA statt, das erprobt, wie sogenannte Vertiports – Start- und Landeplätze für elektrische Senkrechtstarter – sicher in den Luftraum integriert werden können. Ziel sei es, die Grundlagen für eine künftige urbane Luftmobilität zu schaffen, die "technisch zuverlässig, sicher und nachhaltig" seien, teilte die spanische Flugsicherung Enaire am Mittwoch mit.

Konkret hob ein elektrisch betriebenes Drohnenfluggerät (eVTOL) des Unternehmens Bluenest by Globalvia vom Flughafen Palma ab, um nach 33 Kilometern in der Luft am Flugfeld Son Albertí wieder zu landen. An Bord befanden sich demnach biologische Proben für medizinische Zwecke. Nach Angaben der Projektbeteiligten dauerte der Flug 21 Minuten. Am Zielort nahm Personal des Rettungsdienstes 061 die Fracht entgegen – ein Szenario, das eine reale Notfalllogistik nachstellen sollte.

Der Demonstrationsflug erforderte eine enge Abstimmung zahlreicher Akteure. Beteiligt waren neben dem Drohnenbetreiber unter anderem die spanische Flugsicherung ENAIRE, die für den bemannten Luftverkehr zuständig ist, sowie Betreiber digitaler Plattformen für das sogenannte U-Space-System. Dieses europäische Konzept soll künftig den sicheren Betrieb von Drohnen und anderen unbemannten Luftfahrzeugen im "unteren Luftraum" ermöglichen. Innerhalb des Projekts wurde dabei auch erstmals die Rolle eines Vertiport-Managers in dieses System eingebunden.

Gastgeber der Veranstaltung war der spanische Flughafenbetreiber Aena, der gemeinsam mit Partnern wie Indra, Ineco, CRIDA, Unifly und Pipistrel an der Entwicklung der technischen Infrastruktur arbeitet.

Begleitet wurde das Projekt von den balearischen Landesministerien für Gesundheit und Mobilität sowie von der spanischen Transplantationsorganisation und dem Rettungsdienst. Nach Darstellung der Organisatoren soll der Einsatz unbemannter Luftfahrzeuge "perspektivisch dazu beitragen, medizinische Transporte zwischen den Inseln der Balearen schneller und effizienter" zu machen – etwa beim Transport von Blutkonserven oder Organen.

Das Projekt EUREKA gilt als eines der zentralen Vorhaben mit Blick auf eine künftige urbane Luftmobilität in Europa. Es ist Teil des Forschungsprogramms SESAR 3 und wird von einem Konsortium aus 35 Organisationen unter Führung von EUROCONTROL getragen. Das Gesamtbudget beläuft sich auf rund zwölf Millionen Euro, wovon 6,9 Millionen Euro aus EU-Mitteln des Programms Horizon Europe stammen.

Im Mittelpunkt der Forschung stehen drei Bereiche: das Management von Starts und Landungen an Vertiports, die koordinierte Nutzung knapper Infrastrukturressourcen sowie die übergeordnete Steuerung von Kapazitäten und Verkehrsströmen. Die Ergebnisse sollen in enger Abstimmung mit der europäischen Luftsicherheitsagentur EASA und der EU-Kommission in künftige Regulierungen einfließen.

Der Test in Palma de Mallorca zeigt nach erster Einschätzung der Beteiligten, dass Drohnentransporte auch an großen Verkehrsflughäfen grundsätzlich machbar sind und im Ernstfall einen konkreten gesellschaftlichen Nutzen entfalten könnten.

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