Für die Straßen und Autobahnen auf Mallorca steht eine radikale Änderung der Verkehrsregeln an, die sich direkt auf Schwerlastfahrzeuge auswirkt. Eine neue Verordnung, die im spanischen Staatsanzeiger veröffentlicht wurde, ermächtigt dazu, Lkw auf bestimmten Strecken und zu bestimmten Zeiten das Überholen zu verbieten, was zu einer intensiven Debatte zwischen Spediteuren, Privatfahrern und Verkehrssicherheitsexperten geführt hat. Die Maßnahme kommt nicht von ungefähr. Seit Jahren erleben spanische Autofahrer stressige Situationen, wenn ein Lkw versucht, einen anderen mit geringem Geschwindigkeitsunterschied zu überholen, was zu unnötigen Staus und gefährlichen Situationen auf den Straßen führt.
Jetzt hat die zuständige Behörde die rechtliche Befugnis, direkt in solche Manöver einzugreifen, wenn sie dies zur Aufrechterhaltung des Verkehrsflusses und der Verkehrssicherheit für notwendig erachtet. Der Kern dieser Regelung liegt in der zulässigen Gesamtmasse der betroffenen Fahrzeuge. Laut dem offiziell veröffentlichten Text gilt die Beschränkung speziell für Fahrzeuge, die 7.500 Kilogramm überschreiten. Zu dieser Kategorie gehören vor allem Schwerlastkraftwagen, Sattelzugmaschinen und Sattelzugfahrzeuge, die üblicherweise auf den Hauptverkehrsadern des Landes unterwegs sind.
Kein generelles Verbot, sondern selektive Maßnahme
Der Wortlaut des offiziellen Dokuments lässt keinen Raum für Zweideutigkeiten: Die Verkehrsbehörde kann bestimmte geografische Gebiete und Zeitfenster festlegen, in denen diese Fahrzeuge verpflichtet sind, auf der rechten Spur zu bleiben, ohne überholen zu dürfen. Diese Befugnis bietet ein flexibles Instrument, das an die spezifischen Merkmale jedes Straßenabschnitts und an wechselnde Verkehrsbedingungen angepasst werden kann. Die Kriterien für die Umsetzung dieser Beschränkungen basieren auf Verkehrsstudien und Unfallanalysen in den einzelnen Gebieten.
Es handelt sich nicht um ein generelles Verbot, sondern um eine selektive Maßnahme, die an den Stellen aktiviert wird, an denen die Statistiken eine höhere Konfliktanfälligkeit zeigen oder an denen die Verkehrsdichte eine Einschränkung der Manöver größerer Fahrzeuge ratsam erscheinen lässt. Die offizielle Begründung für diese Maßnahme stützt sich auf zwei klar voneinander abgegrenzte Grundpfeiler. Der erste ist die Erhöhung der Verkehrssicherheit. Statistiken zeigen, dass Überholmanöver zwischen schweren Fahrzeugen kritische Punkte darstellen, an denen sich Situationen mit hohem Risiko konzentrieren.
Wenn ein Lkw mit nur wenigen Kilometern pro Stunde Unterschied beginnt, einen anderen zu überholen, entsteht eine bewegliche Barriere, die die übrigen Fahrer zu einer abrupten Geschwindigkeitsreduzierung zwingt. Diese Bremsmanöver in Folge sind nicht nur ärgerlich, sondern erhöhen auch exponentiell das Risiko von Auffahrunfällen.