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Sieben Marathons, sieben Kontinente, sieben Tage – Mallorquiner quält sich für einen guten Zweck

Joan Pere Carbonells Tochter leidet an einer seltenen Hautkrankheit. Grund genug, für sie und andere Betroffene in einer Woche rund 300 Kilometer in Laufschuhen zurückzulegen.

Joan Pere Carbonell nach vollbrachter Leistung

| | Palma, Mallorca |

Sieben Marathons in sieben Tagen auf sieben Kontinenten: Der aus Mallorca stammende Joan Pere Carbonell hat eine der extremsten Herausforderungen des Laufsports bewältigt. Mit dem erfolgreichen Zieleinlauf in Miami beendete er am Wochenende die sogenannte World Marathon Challenge – und setzte zugleich ein Zeichen im Kampf gegen die seltene Hautkrankheit Ichthyose.

Rund 300 Laufkilometer legte Carbonell in einer Woche in seinen Laufschuhen zurück. Hinzu kamen zahlreiche interkontinentale Flüge, Zeitumstellungen und kaum Schlaf. Die Serie begann am 31. Januar in der Antarktis. Von dort aus reisten die Teilnehmer weiter nach Kapstadt in Südafrika, Perth in Australien, Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Madrid, Fortaleza in Brasilien und schließlich nach Miami in den USA. Insgesamt nahmen etwas mehr als 50 Athleten aus aller Welt an der Extremveranstaltung teil, die als eine der anspruchsvollsten Laufserien überhaupt gilt.

Für Carbonell war es mehr als ein sportlicher Kraftakt. Mit dem sportlichen Projekt verfolgte der 55-Jährige von Beginn an ein klares Ziel: Aufmerksamkeit und finanzielle Unterstützung für die spanische Ichthyose-Organisation. Die seltene, genetisch bedingte Hauterkrankung betrifft nach Angaben der Organisation rund 500 Menschen in Spanien. Die Mittel für Forschung und Familienhilfe sind der Organisation zufolge "begrenzt".

"Hier bin nicht ich der Protagonist; wichtig ist es zu helfen und einer kaum bekannten Krankheit Sichtbarkeit zu geben", sagte Carbonell im Vorfeld. Hinter seinem Engagement steht auch eine persönliche Geschichte: Seine Tochter lebt mit einer – wenn auch milden – Form der Ichthyose. Es gebe deutlich schwerere Fälle und Familien, die dringend Unterstützung benötigten, erklärte er. "Wenn man selbst betroffen ist, versteht man, wie wichtig Forschung und öffentliche Aufmerksamkeit sind."

Die sportliche Herausforderung war langfristig vorbereitet. Seit 2011 hat Carbonell nach eigenen Angaben 37 Marathons absolviert. In den vergangenen Monaten bereitete er sich gezielt auf die besondere Belastung vor, kombinierte umfangreiche Laufumfänge mit Radtraining, um das Verletzungsrisiko zu reduzieren. "Das Wichtigste ist, anzukommen und es zu schaffen“", hatte er vor dem Start betont.

Finanziell trägt Carbonell das Projekt eigenen Angaben zufolge vollständig selbst. Sämtliche Spendeneinnahmen sollen "ohne Abzüge" der Ichthyose-Organisation zugutekommen. Unterstützt wurde die Initiative unter anderem vom Rathaus seiner Heimatgemeinde Calvià. Bereits beim Silvesterlauf San Silvestre de Calvià wurde zu freiwilligen Spenden aufgerufen.

Mit dem Abschluss in Miami endete für Carbonell "eine Woche am Limit". Zurück bleibt eine sportliche Leistung, die nur wenige Athleten weltweit vollbringen – und eine Botschaft, die über den Sport hinausweist: Wenn persönlicher Einsatz in den Dienst einer größeren Sache gestellt wird, zählt jeder Kilometer.

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