Mallorca hat im vergangenen Jahr an wirtschaftlicher Dynamik eingebüßt. Nach Schätzungen der unabhängigen Finanzaufsicht AIReF wuchs das Bruttoinlandsprodukt des gesamten Archipels um 2,4 Prozent – und damit unter dem spanischen Durchschnitt von 2,6 Prozent. Trotz einer tourismusstarken Saison mit rund 19 Millionen Besuchern verlor die Inselregion damit ihren bisherigen Spitzenplatz im regionalen Vergleich.
Andere Autonome Gemeinschaften entwickelten sich nach Daten der AIReF deutlich kräftiger. An der Spitze lag Valencia mit 3,2 Prozent, gefolgt von Madrid und Andalusien mit jeweils 2,9 Prozent. Auch mehrere weitere Regionen übertrafen den balearischen Wert.
Nach Einschätzung der AIReF deutet der Abstand zum nationalen Durchschnitt darauf hin, dass sich das Wachstum auf den Balearen nach "mehreren außergewöhnlich starken Jahren stabilisiert". Der wirtschaftliche Aufschwung nach der Pandemie und der anhaltende Tourismusboom hätten zuvor für "überdurchschnittliche Zuwächse" gesorgt.
Die Regionalregierung wies diese Bewertung umgehend zurück. Das zuständige Wirtschafts- und Finanzministerium bezweifelt die Berechnungen und verweist darauf, dass die AIReF im ersten Halbjahr noch Wachstumsraten von über drei Prozent erwartet habe. Der nun ausgewiesene Rückgang sei aus Sicht der Regierung "nicht schlüssig".
Nach eigenen Angaben geht die Conselleria d’Hisenda für 2025 weiterhin von einem Wachstum von" mehr als drei Prozent" aus. Man räume zwar ein, dass sich die Konjunktur "etwas abgekühlt" haben könnte, jedoch nicht in dem von der AIReF genannten Ausmaß. Die Wirtschaft auf Mallorca und den Nachbarinseln sei zuletzt im dritten Quartal um drei Prozent gewachsen und habe damit über dem spanischen Durchschnitt gelegen.
Der Trost: Selbst wenn sich die AIReF-Prognose bewahrheiten sollte, blieben die Balearen im regionalen Vergleich im oberen Mittelfeld. Mit 2,4 Prozent läge der Archipel vor wirtschaftlich schwächeren Regionen wie Galicien oder dem Baskenland.
Als Risikofaktor gilt allerdings die relativ hohe Inflation. Mit 3,6 Prozent lag die Teuerungsrate zuletzt über dem spanischen Durchschnitt von 3,1 Prozent. Die weitere wirtschaftliche Entwicklung dürfte daher auch von der Preisentwicklung abhängen.