Kein Tropfen aus dem Hahn, kein Druck in den Leitungen: Teile des Küstenorts Porto Cristo im Osten Mallorcas sind seit Tagen ohne verlässliche Wasserversorgung. Was als routinemäßige Reparatur am zentralen Wasserdepot begonnen hatte, entpuppte sich als größeres Problem – mit spürbaren Folgen für zahlreiche Anwohner.
De Stadtverwaltung von Manacor hatte am Dienstag über soziale Netzwerke mitgeteilt, dass eine Reinigung des Wasserreservoirs dringend geboten sei. Dabei müsse mit "zeitweisen Unterbrechungen" in der Versorgung gerechnet werden, wurde vorsichtshalber gewarnt. Dass der Ausfall jedoch mehrere Tage andauern würde, davon zunächst nicht nicht die Rede.
Nach Angaben des Versorgungsunternehmens Aigües Son Tovell seien beim Leeren des Depots "deutlich größere Schäden" festgestellt worden als erwartet. Die vorgefundenen Lecks seien "erheblich umfangreicher" gewesen, weshalb sich die Reparaturarbeiten verzögert hätten.
Besonders betroffen sind die höher gelegenen Bereiche von Porto Cristo. Dort habe es nicht nur vollständige Ausfälle, sondern auch massiven Druckabfall gegeben, teilte der Versorger mit. Man habe allen Anwohnern, die darum gebeten hätten, Wasser per Tankwagen zur Verfügung gestellt. Allerdings verfügten viele Häuser weder über eigene Speicher noch über Zisternen, sodass die Notversorgung "nicht überall praktikabel" gewesen sei.
Die Bezirksvertreterin des Versorgers, Antònia Llodrà, erklärte, die Konzessionsfirma habe zugesichert, die flächendeckende Versorgung werde "heute, Freitag" wiederhergestellt. Zugleich betonte sie, von dem Ausfall sei "nicht der gesamte Ort" betroffen, sondern lediglich bestimmte Bereiche.
Derweil häufen sich nach Informationen der MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora" Beschwerden von Anwohnern, die teils drei Tage ohne Wasser hätten auskommen müssen. Was als vergleichsweise einfache Reparatur im Bereich Ca na Biela begonnen hatte, erweist sich damit als deutlich komplexer als von der Betreiberfirma ursprünglich angenommen. Ob die Versorgung im Laufe des Freitags tatsächlich vollständig stabilisiert werden kann, blieb zunächst abzuwarten.