Wer im nächsten Mallorca-Urlaub mit dem Auto oder Mietwagen ins Orangental an der Nordwestküste der Insel fahren möchte, muss sich auf wichtige neue Verkehrsregeln einstellen. Ab Freitag, 27. Februar, um 23 Uhr wird in dem beliebten Urlaubsort Sóller eine Umweltzone eingeführt. Diese erlaubt künftig fast nur noch Einheimischen die Durchfahrt und sperrt auswärtige Fahrzeuge aus. MM weiß, was Urlauber beachten müssen und welche Strafen drohen.
In Sóller ist die Beschilderung der neuen Umweltzone im Ortskern bereits aufgestellt worden. Die Niedrigemissionszone (Zona de Bajas Emisiones – ZBE) wird den allgemeinen Verkehr künftig einschränken. Ab Freitagabend dürfen nur noch Anwohner, zugelassene PKW, Elektrofahrzeuge, Fahrräder, E-Roller, Taxis und Rettungswagen ins historische Zentrum fahren. Auch bestimmte Lieferfahrzeuge, Menschen mit eingeschränkter Mobilität, Hotelgäste und Ladenbesitzer sind von den neuen Verkehrsregeln ausgenommen. Wer die Zone ohne Genehmigung befährt, riskiert ein Bußgeld von bis zu 200 Euro.
Das müssen Urlauber wissen
Für Mallorca-Urlauber in Sóller bedeutet das: Wer mit dem eigenen Auto oder Mietwagen anreist, sollte seine Fahrt genau planen und rechtzeitig auf die ausgewiesenen Parkmöglichkeiten ausweichen. Am Ortsrand stehen 300 kostenpflichtige Parkplätze zur Verfügung, verteilt auf drei neue Anlagen. Für Anwohner sind zusätzlich rund 1000 grün markierte Parkplätze reserviert, die aber ausschließlich von lokalen Fahrzeugen genutzt werden dürfen. Alternativ bieten sich öffentliche Verkehrsmittel, Fahrräder oder E-Roller an, um das Zentrum zu erreichen.
Mit der Einführung der Umweltzone in Sóller soll vor allem die Luftqualität verbessert und der Verkehr im Ortskern entlastet werden. Kritiker weisen jedoch auf zahlreiche Ausnahmen hin: Fahrzeuge, die in Sóller zugelassen sind, dürfen unabhängig von ihrem Schadstoffausstoß weiterhin fahren. Daher bleibt offen, wie stark sich die Umweltzone tatsächlich auf die Luftwerte und den Verkehrsfluss auswirken wird. Als erste Kommune außerhalb der Inselhauptstadt Palma de Mallorca richtet die Gemeinde im Herzen des Orangentals eine flächendeckende Umweltzone im gesamten historischen Ortskern ein.
Kilometerlange Staus im Sommer
Vor allem im Sommer und damit zur Hauptreisezeit auf Mallorca gehören Sóller auch der zugehörige Hafenort Port de Sóller zu den überlaufensten Orten der Insel. Stellenweise bilden sich kilometerlange Staus auf den Zufahrtstraßen – wie Sie auch in diesem Video sehen können –, im vergangenen Sommer musste mehrmals der Tunnel gesperrt werden. Nicht nur in Palma de Mallorca, sondern auch an den beiden beliebten Urlaubsorten im Tramuntana-Gebirge gibt es mittlerweile die sogenannte "Operacion Nube", "Operation Wolke". So wird das Phänomen genannt, wenn es zur Hauptsaison bewölkte Tage auf der Insel gibt. Viele Urlauber planen dann Ortsausflüge, anstatt an den Strand zu gehen.