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Mallorca räumt in Deutschen-Gegend auf: Abriss illegaler Luxuswohnungen in Andratx rückt näher

Ein jahrelanger Bauskandal im Südwesten der Insel geht seinem Ende entgegen. Die Gemeinde investiert Millionen, um rechtswidrige Gebäude zu beseitigen

So sieht die Geistersiedlung in Port d'Andratx aus | Foto: Ultima Hora

| Mallorca |

Die Gemeinde Andratx im Südwesten von Mallorca will ein lange schwelendes Kapitel ihrer Stadtentwicklung endgültig schließen. Mit einem Millionenpaket treibt der Gemeinderat den Abriss illegal errichteter Wohnungen im Gebiet Monport voran – und setzt damit ein rechtskräftiges Urteil um, das auf Entscheidungen aus der Vergangenheit zurückgeht.

Rund 5,5 Millionen Euro sind für den Rückbau der Wohnanlage in der Calle Ramat vorgesehen. Insgesamt umfasst das Investitionsprogramm, das per Kreditänderung beschlossen wurde, mehr als 11,7 Millionen Euro. Neben dem Abriss sollen auch weitere Projekte zur Modernisierung der Gemeinde finanziert werden.

Gerichtsurteil zwingt zum Handeln

Grundlage für die Maßnahme ist ein Urteil des Obersten Gerichtshof der Balearen aus dem Jahr 2020. Das Gericht hatte den Abriss eines Luxuskomplexes mit 29 Gebäuden angeordnet, der auf geschütztem Boden errichtet worden war. Die Bauarbeiten waren bereits 2007 gestoppt worden – zu diesem Zeitpunkt waren etwa 80 Prozent der Anlage fertiggestellt.

Der Fall geht auf die Amtszeit des damaligen Bürgermeisters Eugenio Hidalgo zurück und entwickelte sich über Jahre zu einem der bekanntesten Bauskandale der Insel. Nach langwierigen juristischen Auseinandersetzungen zeichnet sich nun ein Abschluss ab. Bürgermeisterin Estefanía Gonzalvo betonte, die Gemeinde handle aus rechtlicher Verpflichtung: Frühere Fehlentscheidungen müssten korrigiert werden, auch wenn dies erhebliche finanzielle Mittel binde. Man hätte die Gelder lieber in andere Projekte investiert, sei jedoch an die Umsetzung des Urteils gebunden.

Weitere Investitionen für die Gemeinde

Parallel zum Abriss investiert die Kommune in Infrastruktur und öffentliche Einrichtungen. So sind rund 1,7 Millionen Euro für die Sanierung des Gebäudes „Cas Metge“ vorgesehen, das künftig für kommunale Zwecke genutzt werden soll. Weitere 1,5 Millionen Euro fließen in die Modernisierung von Sportanlagen.

Auch kleinere Maßnahmen sind Teil des Pakets: Für die Wiederherstellung eines Grundstücks in der Calle Tonyina im Ortsteil Cala Llamp werden 113.000 Euro bereitgestellt. Dort war bereits zuvor ein Gerichtsbeschluss zum Abriss illegaler Bebauung umgesetzt worden. Darüber hinaus plant die Gemeinde Investitionen in das Abwasser- und Regenwassernetz sowie die umfassende Renovierung eines Jugendzentrums. Insgesamt soll das Maßnahmenpaket nicht nur Altlasten beseitigen, sondern auch die Lebensqualität vor Ort verbessern.

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