Vier Jahre nach einem Urteil des Nationalen Gerichtshofs in Madrid, das den Abriss des Swimmingpools des spanischen Star-Journalisten Pedro J. Ramírez rechtlich verbindlich anordnete, steht das Gebäude auf Mallorca weiterhin. Laut der Rechtsvertretung des Journalisten blieben E-Mails an das zuständige Ministerium der Balearen-Regierung unbeantwortet, die eine Umsetzung des Abrissprojekts in Costa dels Pins ermöglichen sollten. Dies berichtete die spanischsprachige MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora".
Der Aktivist Jaume Sastre, der sich für den Abriss eingesetzt hatte, wandte sich daraufhin an den Nationalen Gerichtshof, um eine Beschleunigung des Verfahrens zu erreichen. Die Kammer für Verwaltungsstreitigkeiten des Gerichts hatte den Zwangsabriss bereits im März 2004 angeordnet. Kommt Pedro J. Ramírez der Anordnung nicht nach, kann die Verwaltung die Arbeiten durchführen und die Kosten zuzüglich möglicher Geldstrafen geltend machen.
Der Erbauer ist ein bekannter spanischer Journalist
Pedro J., der in früheren Jahren Chefredakteur der spanischen Gazetten El Mundo und Diario 16 war, und sein Sohn hatten daraufhin ein Abrissprojekt beim Umweltministerium eingereicht. Der erste Entwurf wurde abgelehnt, da ein vollständiger Rückbau zur Wiederherstellung der Klippe verlangt wurde. Ein überarbeiteter technischer Vorschlag wurde im Juli von der Regierung angenommen – unter der Auflage, angrenzende Elemente und Schutzgebiete nicht zu beeinträchtigen.
Die Anwältin von Pedro J. kritisierte, dass mehrere E-Mails an das Ministerium unbeantwortet geblieben seien, darunter Nachrichten vom 15. Oktober 2025 und 19. Januar 2026. Darin wurde um Hinweise gebeten, wie der Abriss umgesetzt werden kann, ohne angrenzende Bereiche zu gefährden und unter Einhaltung der Sicherheitsanforderungen. Nach mehr als zwei Jahrzehnten Kontroversen ist der Swimmingpool weiterhin nicht abgerissen.
Die Hintergründe zu dem Rechtsstreit:
Im Jahr 2023 ordnete der spanische Staatsgerichtshof den Abriss des spektakulären Felsenpools von Pedro J. Ramírez – einem der bekanntesten Journalisten Spaniens – in Costa dels Pins auf Mallorca an. Pool, Steg und Sonnenterrasse waren bereits mehrfach als illegal erklärt worden, da sie den gesetzlich garantierten öffentlichen Zugang zum Meer blockierten. Ramírez und sein Sohn versuchten vergeblich, die Entscheidung gerichtlich aufzuhalten.
Bereits im Januar 2023 hatte das Ministerium für ökologischen Wandel die Vollstreckung beantragt, im Oktober 2022 bestätigte die Küstenschutzbehörde die Verstöße gegen das Küstenrecht. Sollte die Familie den Abriss nicht selbst durchführen, hätten Geldstrafen gedroht, andernfalls hätte die Behörde auf eigene Kosten mit Baggern eingreifen müssen. Der Fall löste erneut Diskussionen über private Küstenanlagen auf Mallorca und den freien Zugang zum Meer aus.