An den Stränden von Mallorcas Nachbarinsel Formentera sind in den vergangenen Tagen zwei Leichen entdeckt worden. Nach Angaben der Guardia Civil handelt es sich um Männer aus Subsahara-Afrika, die vermutlich Insassen eines Flüchtlingsbootes waren.
Wie die Guardia Civil der spanischen Nachrichtenagentur Europa Press mitteilte, wurden beide Leichen jeweils von Privatpersonen am Strand gefunden. Diese alarmierten umgehend die Behörden, woraufhin die vorgesehenen Protokolle aktiviert und die Bergung der Toten veranlasst wurde.
In beiden Fällen trugen die Männer Rettungswesten. Dies deutet nach Einschätzung der Ermittler darauf hin, dass sie Teil einer Migrantengruppe waren, die versucht hatte, über den Seeweg die Balearen zu erreichen.
Migrationskrise auf den Balearen spitzt sich zu
Unterdessen setzt sich auf den Baleareninsel der Trend steigender irregulärer Migration fort. Im Jahr 2025 erreichten offiziellen Angaben zufolge mehr als 7300 Menschen über die sogenannte Balearenroute Spanien. Auch 2026 halte diese Entwicklung an.
Der Generaldirektor für Migration der Balearen-Regierung, Manuel Pavón, sprach von einer "dramatischen Entwicklung" und erneuerte den Hilferuf an die spanische Zentralregierung. "Die Situation ist untragbar", sagte er vor wenigen Wochen der spanischsprachigen MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora".
Es handele sich längst nicht mehr um ein "vorübergehendes Phänomen", sondern um ein strukturelles Problem. "Wir sprechen nicht mehr von Einzelfällen oder einer kurzfristigen Lage, sondern von einem gefestigten, dauerhaften Problem, das uns große Sorgen bereitet", so Pavón. Organisierte Schleuserbanden würden sich dabei "an der menschlichen Verzweiflung bereichern". Die Balearen wollten "nicht länger die irreguläre Einwanderungsroute für ganz Europa sein".