Die ruhige See der vergangenen Tage um Mallorca hat zu einem neuen Anstieg der Ankünfte von Flüchtlingsbooten geführt. Innerhalb von rund 48 Stunden sind bis zu 242 Migranten illegal auf die Balearischen Inseln gekommen. Sie gelangten in vierzehn Booten an die Küsten, elf davon allein auf der Insel Formentera.
Seit Jahresbeginn wurden nach Angaben des Innenministeriums und der Regierungsdelegation mindestens 32 Boote mit 567 Migranten an Bord aufgegriffen. Der letzte zweiwöchentliche Bericht des Innenministeriums für 2025 gibt an, dass im Laufe des Jahres 7321 Menschen in 401 Booten aus Algerien, dem Ausgangspunkt der Verbindung nach Europa, auf den Inseln ankamen.
Boot ohne Motor
Unter anderem wurden am vergangenen Montag auf Ibiza zehn Personen maghrebinischer Herkunft am Strand von Ses Figueretes aufgefunden, nachdem sie mit einem Boot angekommen waren. Das Boot, das am frühen Dienstagmorgen am Ufer lag, wies Spuren von Kleidung, Gummistiefeln, einigen weggeworfenen Papieren und Wasserflaschen auf und verströmte einen starken Kraftstoffgeruch. Außerdem fehlte der Motor.
Auf Formentera wurden am vergangenen Montag 57 Migranten aufgegriffen, von denen einige wegen Unterkühlung behandelt werden mussten, und allein am Dienstag wurden 130 Personen in acht Booten gefunden. Auch in Cabrera wurden gestern mehrere weitere Boote aufgegriffen.
Kopf im Sand
Der Inselrat von Ibiza bedauerte, dass nach einigen Tagen der Ruhe aufgrund des schlechten Wetters mit der Wetterbesserung die Migrationsroute zwischen Algerien und den Balearen wieder aktiviert wurde und dass "die spanische Regierung weiterhin absolut untätig bleibt und die dramatische Situation an unseren Küsten offenbar nicht sehen will".
"Wir sind das Tor zu Europa, und anstatt dafür zu sorgen, dass jeden Tag weniger Migranten ankommen, hat die Zentralregierung offen beschlossen, wegzuschauen und die Mafia ungehindert und straffrei agieren zu lassen. Es handelt sich um verzweifelte Menschen, die ihr Leben für ein falsches Versprechen von Wohlstand riskieren und von denen es leider viele unter absolut dramatischen Umständen verlieren", erklärten Quellen des Inselrates. Der Inselrat von Formentera wollte sich nicht zu den Auswirkungen dieser neuen Migrationskrise äußern.